Emms empfiehlt gegen zu frühes g3 im 4., 5. oder 6. Zug für Schwarz einen Aufbau mit d5xe4, e6-e5, Lf8-c5, b7-b6, (a7-a5), Lc8-a6.
Deshalb empfiehlt er - m.E. zurecht - einen Tempokampf. z.B. 1.e4 e6 2.d3 d5 3.Sd2 Sf6 4.Sgf3 b6 (!? von Emms) 5.c3 (!? von Emms) und hier kann Schwarz unter c5, Le7, La6!? und Lb7 wählen.
Die Schwierigkeit beim Erlernen des KIA besteht hier in der möglichen Verzweigung in verschiedene Aufbauten, bei denen je nach Zugfolge Weiß oder Schwarz in den konkreten Varianten Tempos "verlieren" oder "gewinnen" und gegen positionelle Chancen austauschen.
Das erklärt mir, weshalb ich im Moment in der Eröffnung 'gerne' völlig unter die Räder komme. Schwarz spielt halt seinen Stiefel runter und mit Weiß kann man das erst ausnutzen, wenn man wirklich ein paar Zugfolgen mit Zugumstellungen - also gemeinhin 'Feinheiten' - begriffen hat. Auf Meisterebene gibt es dann Partien, die zeigen wie es sich lohnt, wenn man das verarbeitet hat. Wahrscheinlich gilt gleiches auch für die übrigen Flankenspiele mit weißem Königsfianchetto. Der früher von mir gerne mal geübte Orang-Utan ist im Vergleich mit dem KIA - zumindest auf meinem Niveau - anspruchslos und ungefährlich für Weiß.
Ein belgischer Schachfreund spielt gegen mich das gerade das Cochrane Gambit in einer Fernpartie. Die Analysen sind so spannend und die Enginebewertungen hinreichend unzuverlässig, so dass ich seitdem selbst dazu greife. Die Eröffnung fordert mich gegen eine meiner größten Schwächen zu arbeiten, konkretes Rechnen in dynamischen Stellungen mit ungleicher Materialverteilung. Ein schwacher Zug reicht oft, und die Sache ist vorbei. Der Vorteil gegenüber irgendwelchen offenen Sizilianern ist die Möglichkeit, vor dem 20. Zug eigenes Terrain zu betreten. Es eignet sich für Fernschach mit Engines (auf LSS.chess-server.net) und ohne Engines (auf chess.com).
In der folgenden Partie hat sich Schwarz kaum gewehrt. 9. - Lg4 war sicher nicht das Gelbe vom Ei.Nach 12. - bc4: war die Partie entschieden.
Kommentar in der Partie: A = Rybka 3 Aquarium, F = Fritz 11, E = eigener Kommentar. Es ist leicht zu sehen, welche automatische Kommentierung besser zu gebrauchen ist. Weil es mit dem Post mit Kommentar nicht klappt einmal die nackte Partie im pgn und einmal als Text zwecks Kopieren in den eigenen pgn-Reader. Unter SCID lief es ohne Probleme.
Ohne dass ich mir wirklich jedes Detail genau angeschaute habe (und ich Dir dadurch die Gelegenheit gebe, mir Deine Varianten um die Ohren zu hauen ) : Mir erscheint der ganze schwarze Aufbau sehr supsekt, da viel zu passiv ausgerichtet. Gegen Cochrane ist 5...c5 die kritische Variante. Aber selbst nach dem wenig vertrauenerweckenden Spiel von Schwarz frage ich mich spontan, was Weiß im Falle von 9...Sc6 10. Le3 Sa5 macht? Nach 11. Ld3 zieht Schwarz den Springer wieder nach c6 zurück und Kg8 wird möglich. Ich sehe nur Lc4, der das verhindert, dann aber wieder Sa5 usw.
Ein Adminstrator aus einem anderen Schachforum:
Die Schachkiste ist eine spartanisch aufgemachte Lästerhölle...
"Chess is not a game for fun!", Anna Sharevich, während sie die Finals des Weltcups kommentierte.
Gefühlte Zustimmung, was die Passivität des schwarzen Aufbaus angeht. 6. - Te8 kommt in Altermans Gambit Guide gar nicht vor (gutes Buch!), aber 6. - Tf8 7.Lc4+ Le6 8.Lxe6+ Kxe6. Das ist besser für Weiß. 6. - c5 ist hier wohl die Hauptvariante ....
... und dann kann man ein Buch schreiben. Und nächstes Jahr eine stark überarbeitete Auflage.