GEL intern 2010

Hier könnt ihr Eure Partien vorstellen und diskutieren.

GEL intern 2010

Beitragvon Lestat » Do 29. Apr 2010, 10:08

Wie jedes jahr nehme ich auch dieses jahr beim internen turnier von meinem club GEL (Grand Echiquier Lausanne) teil. Die teilnehmerliste ist diese jahr leider sehr kurz, nur gerade 18 teilnehmer, aber dafür hat es diese jahr stärkere spieler immerhin 2 spieler mit >2000 elo und ich bin "nur" auf nummer 4 platziert, bei den letztjährigen teilnehmerliste wäre ich auf platz 1 gesetzt!

Vor 2 jahren wurde ich dritter, letztes jahr wurde ich zweiter, logischerweise sollte ich also dieses jahr erster werden ;-)

die webseite zum turnier ist:
http://www.gelchess.ch/tournois/open_pr ... 0_info.php
die teilnehmer liste ist:
http://www.gelchess.ch/tournois/open_pr ... epart.html
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Re: GEL intern 2010

Beitragvon Lestat » Do 29. Apr 2010, 10:25

in der ersten partie habe ich beim internen turnier normalerweise immer ein elo-schwacher gegner, dieses jahr war das selbe. Ich spielte die englische verteidigung gegen 1.c4, ein etwas weniger bekanntest system welches aber von vielen englischen spielern genutzt wurde und wird, mein gegner hat das obligatorische 5.d4 nicht gespielt was mir leichen ausgleich gab.


ein paar kommentare zur partie:
  • 5.Nc3?! hier ist 5.d4 ein muss, ansonsten wird das feld d4 eine schwäche
  • 14.Bb2?! dieser zug verliert endgültig die kontrolle über d4
  • 17...Qf6 ich habe das wunderschöne d4-feld unter meiner kontrolle, aber ich hatte keine ahnung was ich jetzt machen soll, daher fing ich an taktische tricks zu probieren, ich denke eine idee wie d6-e5 mit öffnung der d-linie und druck gegen den d-bauern wäre ein besserer plan
  • 18...a5?! unnötig, Rfd8 oder d6 wären besser
  • 19...Rb8?! cxb5 20.axb4 a4! wäre besser, nach meinen zug kann weiss druck auf der b-linie machen
  • 20.Kc1 will die türme auf der b-linie verdoppeln ohne eine springer-gabel zu fürchten
  • 21...Nc6?! ermöglicht meinem gegner auszugleichen durch 22.Qc3!
  • 22...Qe7? der tausch ist wohl erzwungen, jetzt bekommt weiss jede menge druck auf der b-linie
  • 23.Reb1? dies verliert einen bauern, nach 23.bxa5 wäre Nxa5 erzwungen und weiss kann die schwäche auf b6 angreiffen
  • 28.Bxd5 verzweiflung
Fazit: ich bin gut aus der eröffnung gekommen, danach habe ich, wahrscheinlich geblendet durch die tiefe elo meines gegners, taktische gewinnzüge gesucht und fallen aufgestellt anstelle einen richtigen plan zu formen. am schluss hatte ich glück dass mein gegner durch 23.Reb1 einen grossen fehler gemacht hat
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Re: GEL intern 2010

Beitragvon Lestat » Do 29. Apr 2010, 11:10

In der zweiten partie hatte ich weiss gegen den capitain meiner manschaft. seine grosse schwäche war immer die eröffnung, hat ne was dafür getan und hat vor kurzem auch schon mal mit schwarz 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bc4 Nf6 4.Ng5 d5 5.exd5 Nxd5? gespielt. meinen zweiten zug hat er noch nie gesehen und hat dann auch nicht sehr aktiv reagiert, sehr schnell hatte ich eine schöne angriffsstellung ohne schwarzes gegenspiel und konnte die partie für mich entscheiden.


kommentare:
  • 2...d5 hier gibt es andere züge, am flexibelsten ist wohl 2...c5. 2...d6 3.Nf3 g6 geht ins KID über, schwarz kann zwar e5 durchdrücken, muss aber mit einem angriff am damenflügel rechnen
  • 3...e6 darauf hofft man natürlich mit weiss, schwarz schliesst seinen läufer für nichts ein. 3...c5 ist meiner meinung nach die beste variante, es folgt 4.Nd2 Nc6 5.c3 Qb6 6.Qb3 Bf5 7.dxc4 Qxb3 8.axb3, schwarz hat das zentrum aber weiss hat druck auf der a-linie
  • 8...Re8 ist zeitverlust, die idee ist 9...e5 aber nach 9.Ne5, geht das eh nicht mehr.
  • 9.Ne5 die ideale london-system aufstellung, die schwarzen figuren sind passiv, und vor allem der weiss-feldrige läufer macht nicht viel. schwarz muss gegenspiel am damenflügel suchen
  • 11.f4 stonewall aufbau
  • 11...g6? der erste grosse fehler, bis jetzt hatte ich zwar schön plazierte figuren für einen königsangriff, aber die schwarzer königstellung ist auch recht solide. nach diesem zug habe ich eine angrissmarke und der logische plan ist h4-h5. 11...Qb6 wäre meine wahl gewesen, das stellt weiss vor das dilemma entweder 12.Rb1 zu spielen, wonach lange rochade nicht mehr geht (und somit bauernangriff am königsflügel schwieriger sind), 12.Qb3, wonach schwarz aber damen tauschen und somit die gefahr vermindern kann oder 12.Qc2, wonach die dame aber im abseits steht, da diese lieber nach e2 oder f3 gehen würde.
  • 12.Qf3 habe hier lange überlegt, alternative war 12.Bh4, mir gefiel 12.Qf3 besser da es die letzte figur entwickelt und die dame richtung schwarzen könig verlagert. jetzt ist auch die lange rochade immer möglich.
  • 13.Bh4 lange rochade ist wegen 13...Nxd4 nicht möglich, ich wollte eigentlich irgend ein abwartezug spielen in der hoffnung dass Nxg3 gespielt wird, was wohl tödlich wäre, aber mir viel nichts ein. der computer schlägt 13.0-0 vor, aber das ist irgendwie nicht im "spirit" der partie
  • 13...Be7? nach dem abtausch der schwarzfeldrigen läufer hat schwarz extreme probleme auf den schwarzen feldern.
    13...f6 wäre tricky gewesen: 14.Nxg6 Ng7 (hxg6 15.Bxg6 Ng7 16.Bxe8 Nxe8 und weiss hat 2 bauern und turm für 2 figuren und imer noch eien angriff) 15.Bxf6 hxg6 16.Qg4 Ne7 17.Bxe7 Qxe7 18.Qxg6 und laut toga stehe ich hier leicht besser, aber ich muss zugeben dass ich dies alles nicht wirklich durchgerechnet habe sondern einfach "intuitiv" entschieden habe dass dieser angriff funktionieren sollte.
  • 15.g4 mein könig im zentrum sah mir sehr sicher aus, schwarz hat ja kein gegenspiel, um die türme zu verbinden könnte ich im richtigen moment auch immer Ke2 spielen
  • 15...Nxe5?! dieser abtausch und öffnung der f-linie ist eigentlich vor allem für mich von vorteil
  • 19.Qf6?! typisch für mich, anstelle den besten zug zu suchen spiele ich eine falle, nach R7e8 ist h6 tödlich, aber ansonsten bringt mich der zug nicht weiter, im gegenteil, er gibt meinem gegner zeit, seinen läufer aus dem weg zu räumen. das direkte 19.hxg6 wäre besser, oder auch 19.0-0-0 und der letzte turm ist im spiel, die drohung ist 20.Rdf1
  • 20.hxg6 ein zug früher wäre es besser gewesen da die dame dann nicht die 7te linie verteidigen kann, in dieser possition wäre 20.0-0-0 mit hinbringen der letzten angriffsfigur besser gewesen. aber auch dieser zug gewinnt forciert einen bauern
  • 23.Bc2?! ich dachte auf c2 steht der läufer sicherer und deckt den könig nach langer rochade, aber auf d3 decke ich die wichtig werdende f1-a6 diagonale, was mir viel ärger erspart hätte
  • 24...Rfxg4 das nicht sehr schlau, der e6-bauer ist viel wichtiger und der könig bekommt luftprobleme
  • 26.Rxh7 der zug gewinnt zwar auch, aber 26.Bxh7!! wäre viel stärker gewesen, das droht abzugschachs und gewinnt dadurch eine qualität
  • 29.Kd2 wenn man am gewinnen ist sollte man keine fancy sachen machen, aber genau das mache ich hier, das ganze hat mich noch viel nerven gekostetet und meine zeit wahr auch eher knapp (noch ca. 5 minuten bis zu 36. zuh)
    29.0-0-0 ist zwar auch fancy, aber besser, nach 29...Rxf7 gewinnt 30.Qh3+ und nach 29.Bxf7 gewinnt das schöne Qf3 mit mattdrohung auf f8
  • 30...Bxd3 das macht die sache einfach, 30...Qf2+ wäre noch komplizierter geworden, 31.Qe2 Qf4+ 32.Kc2 Bxd3+ 33.Qxd3 Qf2+ 34.Kb3 und als nächstes 35.Rd1
  • 32. Qh3+! das war natürlich die ganze idee hinter 29.Kd2
Fazit: gleich wie für die erste partie, gut aus der eröffnung gekommen, aber danach beim aufstellen von fallen die besten forsetzungen nicht gefunden. Soll nochmals jemand sagen London system sei nur für alte opa's die keine agressivität mögen!
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Re: GEL intern 2010

Beitragvon elvis » Do 29. Apr 2010, 16:01

Zur 1. Partie:
Sieht so aus, dass du deinen Gegner schon in der Eröffnung überrascht hast, wenn nicht mit 1...b6, dann mit 3...Lxf3. - Die Bedeutung des Felds d4 scheint dem Weißen erst im Laufe der Zeit klar geworden zu sein, als es eigentlich zu spät war. Trotzdem bleibt die Frage, wie du selbst bemerkt hast, was man mit dem Feld eigentlich anfängt. Schwarz steht gut, hat aber nichts konkretes. Und Weiß hat es nicht schwer, den einzig sinvollen Gegenstoß auf der b-Linie zu finden. - Im 23. Zug ist Weiß wieder einmal zu zögerlich, bxa5 wäre die konsequente Fortsetzung von 19.b4 gewesen. Aber das kenne ich von Spielern auf dem Niveau, dass sie nicht jedes Tempo nutzen, sondern lieber zuviel vorbereiten.

Zur 2. Partie:
Dass dein Gegner 2.Lf4 angeblich noch nie gesehen hat, kommt mir unwahrscheinlich vor, aber ohne Theoriekenntnisse neigt man dazu, das nicht als ein eigenständiges System zu erkennen. - Das ganze schwarze Spiel sieht mir dann auch so aus, dass er versucht, sich einen Aufbau zurecht zu legen, den man gegen andere weiße Systeme kennt. - Züge wie 13...Le7 und 15...Sxe5 haben vermutlich die Absicht, den weißen Angriff durch Abtausch zu entschärfen, um dann die schwarze Stellung auf der 7. Reihe zu verteidigen. In diesem Sinne war die versuchte Falle mit 19.Df6 wirklich überflüssig. Schon bei 14...Txe7 (statt Dxe7 mit der Idee Tf8, f6 oder f5, usw.) ist eigentlich klar, dass das Feld e8 für den eventuellen Rückzug des Springers geräumt wird.
Fazit: Londoner System ist für alte Opas, die Aggressivität erst dann mögen, wenn der Gegner sich unnötig grob geschwächt hat (11...g6). :mrgreen:
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Re: GEL intern 2010

Beitragvon Lestat » Mi 5. Mai 2010, 15:45

Runde 3 gegen den stärksten gegner des turniers. Er eröfnete mit 1.e4, was mich überaschte, da er ein 1.d4 spieler ist normalerweise. nach 3.Nc3 hatte ich ein dilemma: rubinstein wollte ich nicht (mehr) spielen, eigentlich steht 3...Nf6 auf dem programm, aber da sind meine theoriekenntnisse noch =0 da ich das einfach noch nie angeschaut habe und ein steinitz oder McCutcheon ohne theorie-kenntnisse zu spielen ist selbstmord. daher entschied ich mich für 3...Be7, was ich ein paar mal ausprobiert habe und welches gegen schwächere gegner sehr gut funktionierte, da sie immer 4.Nf3 Nf6 5.e5 spielen und ein steinitz-franzose ohne f4 spielen müssen, was nicht sonderlich gefährlich ist. mein gegner war leider nicht so nett, forcierte mich meine schwarzen felder zu schwächen und hat mich dan regelrecht auf den schwarzen feldern getötet:


Kommentare:
  • 10...Ne7? das verliert den "lebenswichtigen schwarzfeldrigen läufer, 10...Bb6 ist wohl besser
  • 18...Be2 da war ich ehrlich gesagt überglücklich endlich den schlechten läufer loszuwerden, aber weiss steht natürlich besser
  • 23...g5?! ich war planlos und dachte das könnte mir gegenspiel geben. ich hätte den turm auf a8 aber wegziehen sollen. am liebsten wäre mir natürlich Rae8 gewesen, aber nach Bg5 habe ich ein problem mit dem f-bauern
  • 24.Kg2 mein gegner gestand mir dass dies vor allem ein abwartezug ist in der hoffnung ich würde Ng6? spielen
  • 24...Ng6? und ich spiele es natürlich.
  • 25.Rxd5! ich dachte ich könnte mich mit Ke8 aus der affaire ziehen und selber auf einmal ein paar unschöne drohungen haben, aber das wird durch Rd8 Rxd8 Rxd8 Qxd8 Qc6+ widerlegt, wie ich leider erst jetzt herausfand. danach war das spiel gelaufen, es war nur noch eine frage der technik bis mein gegner gewann.
Fazit: Ich sollte endlich mal an meinem französisch repertoir arbeiten.
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Re: GEL intern 2010

Beitragvon Lestat » Do 20. Mai 2010, 11:32

Runde 4 gegen einen Portugiesen mit 1875 FIDE-elo.

Das zweite mal weiss, das zweite mal london gegen 1...Nf6, diesmal spielte mein gegner aber nicht 2...d5 sondern 2...d6 und wählte einen königsindischen aufbau. Dieser aufbau versucht, den läufer auf f4 blöd dastehen zu lassen und ihn mit e5 anzugreiffen. Das funktioniert auch, aber dafür bekommt man mit weiss normalerweise einen damenflügel angriff und der läufer auf h2 hilft, die königsstellung und das zentrum zu schützen. Mein gegner wurde nach ein paar eher unnötigen zügen etwas übermütig und spielte f5, was zu einem königsflügel angriff führte, blöderweise für ihn nur, dass weiss den angriff hatte, nicht schwarz.



Kommentare:
  • 2...d6 dies zwingt weiss zu einen frühen Nf3, was in vielen variante vorteilhaft ist für schwarz
  • 3...g6 3...Nbd7!? ist interessant, da es weiss zu einem frühen h3 zwingt, falls weiss nicht 4.h3 spielt sondern mit 4.e3, kommt 4...Nh5 5.Bg5 h6 6.Bh4 g5 ein ganzes tempo schneller, da schwarz kein ...g6 spielt
  • 4...Bg7 4...Nh5 ist vor Bg7 effektiv und "bestraft" das auslassen von h3: es folgt 5.Bg5 h6 6.Bh4 g5 7.Nfd2! Ng7! 8.Bg3 Nf5 9.Bd3
  • 6.0-0 oft wird vor dem rochieren 6.h3 eingeschoben, da nach weisser rochade die schwächung der schwarzen königsstellung anscheiend weniger tragisch ist, aber ich finde 6...Nh5 auch in dieser stellung nicht wirklich gefährlich und nach 6.h3 c5 gewinnt schwarz ein wichtiges tempo
  • 6...c6 ich verstehe diesen zug nicht wirklich, ist das ein schablonenzug aus "normalen" KIDs? schwarz hat eigentlich 2 möglichkeiten, entweder c5 oder e5 durchzudrücken. nach 6...c5 folgt 7.c3 Qb6 (oder halt ein entwicklungszug) 8.Nbd2! Be6 (8...Qxb2? 9.Nc4 Qb5 (9. ...Qxc3 10.Rc1 Qb4 11.Rb1 Qc3 12.Rb3 +-) 10.Nxd6 +-) 9.Ng5 Bd7 10.Nc4
    um e5 durchzudrücken muss Nbd7 gespielt werden wie auch in der partie gespielt wurde, aber der zug 6...c6 scheint mir einfach ein zeitverlust zu sein
  • 7.c4 ich hatte 2 kandidatenzuüge, 7.c4 und 7.h3 (sobald ich weiss dass mein gegner e5 spielen will brauche ich dieses rückzugsfeld für den läufer, und nach 6...c6 kommt wohl kaum ein c5). ich habe 7.c4 gespielt damit ich nach 7...Qb6 den bauern decken kann
  • 8...Re8 8...Qe8 ist in solchen stellungen besser, der turm gehört auf die f-linie um f5 zu ermöglichen.
  • 9...Nh5 mein gegner sagte mir nach der partie, er wollte 9...e5 10.Bg5 verhindern, aber ich wäre wohl sowieso nach h3 gegangen, von dem her ist dieser zug unnötig. jetzt steht der springer auch auf der diagonale meiner dame-läufer-batterie und ich habe viele rückzugsmöglichkeiten mit meinem springer auf f3
  • 11.b4 evtl. war 11.Rc1 besser, das nimmt den turm weg von der g7-läufer und deckt den springer auf c3, welches im verlauf der partie immer ein problem war. auf der anderen seite ist dann das feld c5 nur einmal gedeckt, was die in der partie erfolgte kombination nicht ermöglicht. idealerweise hätte ich beide züge gleichzeitig gemacht :mrgreen:
  • 11...f5? das ist überoptimistisch und schwächt den schwarzen könig, nicht den weissen. entscheidend ist, dass der läufer auf c8 die ganze partie durch die diagonale a2-g8 nie decken konnte.
  • 12...exd4? dieser zug ermöglicht mir, den Nf3 ohne tempoverlust wegzuziehen. 12...dxc5 hätte mehr chancen gehabt
  • 14.Qb3! diesen zug hat mein gegner übersehen, nach 14...Kf1 geht die dame verloren, deswegen ist der textzug erzwungen
  • 15...Qg5? dies verliert fast forciert, nach 15...gxf5 16.Bxh5 Rg8 steht weiss zwar besser, aber die offene g-linie ist ein wenig unangenehm
  • 17.Rac1 dieser zug verhindert einiges an komplikationen gibt aber meinem gegner auch ein paar chancen (siehe nächste kommentare), 17.Nce4! ist besser. diesen zug habe ich bei der partie auch gesehen, aber muss gestehen dass ich nicht alle komplikationen durchsah und ein paar linien für schwarz überschätzte, es kann folgen: 17...c4 (17...Qh4 18.g3! Qxe4 (18...Qxh3 19.Ng5 diese linie habe ich übersehen, ich dachte 17...Qh4 hält alles) 18.Bxc4 Qh6 19.Rad1 Ne5 20.Bxe5 Bxe5 21.Nf7+ Rxf7 22.Bxf7 und weiss hat eine qualle mehr.
  • 18.Nf7+ das ist natürlich der zug, welchen ich spielen wollte, aber toga meint, dass das schwarze gegenspielt recht stark ist und findet 18.Nxc8stärker, da der springer auf h5 kein rückzugsfeld hat und weiss danach einen bauern mehr hat in bessere possition. 18.g4 habe ich kurz angeschaut, aber dies gibt meinem gegner zuviel gegespielt für eine figur.
  • 19...Bxh3 habe ich natürlich gesehen, aber viel dagegen machen konnte ich nicht, in der analyse haben wir gedacht dass 19...cxb4 viel stärker wäre, aber wir haben den zug 20.Ne4! übersehen, nach 20...Nxe4 ist schwarz nämlich blöderweise matt
  • 24...Rg8 versucht noch etwas drück gegen die königstellung, ist aber halb so wild. mein gegner hatte noch etwa 5 minuten bis zur zeitkontrolle im 36ten zug.
  • 26.Qf3 dieser zug deckt schön die königsstellung, aber angriff ist die beste verteidigung, deshalb sind 26.Qe6! oder 26.Qb7! mit folgendem Rc8 stärker
  • 31.Bc5? in der zeitnot meines gegner fing ich an zu zocken und machte "offentsichtliche züge" sehr schnell oder sogar à tempo, aber dieser "offensichtliche zug" ist ein offensichtlicher fehler welcher meine mehrqualität wieder verliert, zu meinem glück würde ich auch danach noch besser stehen, aber es muss ja nicht sein...
  • 31...Ne4? und mein gegner merkt es auch nicht. 31...Rc8 gewinnt die qualität zurück, 32.Bb6 Ne2! 33.Qxe2 Rxc1+ 34.Rxc1 Qxc1 weiss steht besser, aber es ist auf einmal noch ein weiter weg zum gewinn
  • 33.Bd4 gewinnt auch, aber 33.Rxc3! was ich auch gesehen habe, aber nicht alles richtig durchrechnen konnte, wäre viel stärker gewesen. aber die frage ist natürlich, wieso in einer gewonnenen stellung wie dieser eine kombination wie 33.Rxc3! wagen, wenn man auch mit 33.Bd6 ganz "einfach" läufer und danach türme tauschen kann?

Fazit: KID-aufbau gegen London ist wahrscheinlich gut genug für ausgleich, aber all zu viele unnötige züge darf man sich nicht erlauben und wer übermütig wird wird bestraft!

über kommentare würde ich mich freuen!
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Re: GEL intern 2010

Beitragvon Lestat » Mi 2. Jun 2010, 09:25

Der match der runde 5 wurde verschoben und wird am 10.06.2010 gespielt, aber gestern habe ich die runde 6 gespielt. mein gegner, ein italiener mit ca. 1820 elo, scheint ein grosser fan von angriff zu sein. unter totaler vernachläsigung der entwicklung mehrerer figuren hat er mit Dame, Springer, läufer und dem h-bauern versucht meinen könig anzugreiffen. da ich bereits in der eröffnung mehrere dummheiten gespielt habe hatter der doch eher plumpe königsangriff sogar erfolg...



Kommentare:
  • 1...b6 natürlich kann weiss hier 2.e4 spielen. das ist aber bei einem 1.d4-spieler eher unwahrscheinlich (auch nach 1.d4 e6 kann man 2.e4 spielen, aber niemand tut das) ausserdem habe ich nach meinem desaster in der dritten runde die owen-verteidigung nochmals angeschaut und ein abspiel gegen die Bd3-variante gefunden, welches mir gut gefällt, von daher hätte ich heute auch 1.e4 mit b6 beantwortet
  • 4.Bf4 das ist natürlich ironie des schicksals dass ein london-spieler wie ich genau diesen zug vorgetischt bekomme. mein gegner hat mir am schluss noch verraten dass ICH ihn zu diesem zug inspiriert habe da er meine partie in runde 2 sehr interessant fand. Der zug ist nicht ohne logik, weiss will nicht das vollzentrum mit 4.e4 machen (eine weise entscheidung, damit geht man komplikationene aus dem weg), möchte daher lieber e3 spielen, will aber den läufer vor der bauernkette haben. Bg5 geht nicht, also bleibt noch Bf4
  • 5...f5 das ist agressiver als 5...Nf6, welches ein komischer nimzo-inder werden würde. holländisch mit Bb4 und dameinfianchetto ist aber normalerweise sehr gut für schwarz, weshalb ich mich für diesen zug entschied.
  • 9.Qe3 also damit habe ich gar nicht berechnet. Die dame steht auf den ersten blick einfach allem im weg: der läufer auf f4 hat langsam wenig felder und der läufer auf f1 kommt nicht raus. Aber auf der anderen seite hätte ich den zug auch etwas ernster nehmen müssen. Die dame ist trotz allem auf der selben linie wie der könig, und mein gegner hat trotz allem bereits 3 figuren welche relativ schnell meinem könig ungemütlich werden könnten.
  • 9...Nc6 ein abwartezug um zu schauen wie mein gegner versuchen will, seinen königsflügel zu entwickeln. auch wenns gefährlich aussieht, 9...0-0 wäre eine gute option gewesen, irgendwo muss mein könig hin, der damenflügel ist nicht wirklich sicherer und der turm auf der f-linie kann ich auch gegen den weissen könig benutzen
  • 10...Na5? entwickelt eine figur zum zweiten mal, stellt sie gleichzeitig ins abseits und bringt auch sonst nichts. dieser zug ist total sinnlos. 10...d6 sieht zwar gefährlich aus (wegen dem hängenden e-bauern) wäre aber zumindest im geist der stellung gewesen, ansonsten hätte ich die dame nach e7 oder f6 entwickeln sollen, um mir beide rochaden offen zu lassen. nach 10...Qf6 geht 11.Bxc7 nicht da 11...d6 eher unangenehm ist
  • 11...c5 versucht den zug Na5 zu rechtfertigen, aber in vielen varianten würde der springer besser auf b8 stehen als auf a5, und c5 hätte ich auch bereits im 9ten zug spielen können
  • 12.Be5?! entwickelt schon wieder eine figur die schon entwickelt ist. Dieser zug wird im laufe der partie belohnt, aber objektiv gesehen ist er nicht sonderlich gut
  • 12...cxd4? ich entwickle meinem gegner seinen springer auf ein super feld. sozusagen jeder andere zug hätte schwarz auf jeden fall ausgleich gegeben: 12...Rc8, 12...0-0, 12...Qe7 sind alles viel bessere alternativen.
  • 13...Nf6?? während die bisherigen schlechten züge eher "strategische fehler" waren ist dieser zug einfach ein klarer taktischer fehler, und es war wirklich nicht allzu schwerz zu sehen! 13...Rc8 mit gegenangriff wäre der beste zug, nach 13.Bxg7 Rg8 habe ich sehr gutes spiel für einen bauern
  • 14.Nxg5! habe ich total übersehen.
  • 15.Nxg7 ?! etwas übermütig, bei bestem spiel von mir wäre das opfer nicht ausreichend gewesen. Das einfache 15.Nd6 wäre risikiloser und gut gewesen
  • 16...Kf7? und schon wieder ein fehler meinerseits, die erwiderung meines gegners war ja eigentlich echt nicht schwer zu sehen. 16...Kh8 hätte den angriff abgewehrt und die mehrfigur behalten, z.bsp. 17.Rh3 Nc6 18.Qg5 sieht gefährlich aus, aber 18...Rf7 hält alles
  • 17.b4 widerlegt den letzten schwarzen zug, das ende ist nah
  • 17...Nc6?? das ist tödlich. die beste möglichkeit wäre gewesen, die figur zurückzugeben: 17...Ke8 18.bxa5 Ng4! 19.Qd4 Nxe5 20.Qxe5 Rc8 und weiss steht zwar klar besser, aber schwarz hat noch chancen zu kämpfen
  • 21...Rf7! eigentlich wollte ich aufgeben, aber dann sagte ich mir, ich lasse meinen gegner mich matt setzen, das gibt immerhin ein schönes ende zu dieser partie...

Fazit: all das wunderbare taktiktraining bringt mir nichts, wenn ich es während der partie nicht anwende!
Angriff ist einfacher als verteidigung, auch ein unkorrektes opfer kann bei ungenauer verteidigung schnell tödlich enden.
Schlechte entwicklung des gegner bestraft man nicht durch das ins abseits-stellen des eigenen springers!
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Re: GEL intern 2010

Beitragvon elvis » Mi 2. Jun 2010, 13:52

Schlechte Entwicklung des Gegners bestraft man nicht mit Zügen, die den Gegner zu einer besseren Entwicklung zwingen.
Der partieentscheidende Fehler ist (1) 9... Sc6 und (2) die Einstellung dabei. Sorry wenn ich das so direkt sage, aber ab dem Moment, wo du diesen "Abwartezug" spielst, kommt mir dein Spiel nur noch planlos und uninspiriert vor. Du denkst anscheinend nicht mal einen halben Zug weiter. So geht das weder taktisch noch positionell.

Edith:
in der Shoutbox: (19:07:54) Lestat: ...spiele ich anständige partien, kommentiert keiner, und spiele ich mal nen mist gibts harte kritik von elvis ;)

Die Sache ist einfach so, dass du deine Partien selbst sehr umfangreich kommentierst, da weiß ich normalerweise kaum mehr zu zu sagen (außer wenn wir in eine Eröffnungstheoriediskussion reingehen würden, was mich aber nicht annähernd reizt, jedenfalls nicht bei Londoner). Bei dieser Partie kann man die Sache so auf den Punkt bringen, dass es eine interessante Art gibt, weniger dazu zu sagen. :ugeek:
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Re: GEL intern 2010

Beitragvon Lestat » Mo 14. Jun 2010, 12:05

elvis hat geschrieben:Schlechte Entwicklung des Gegners bestraft man nicht mit Zügen, die den Gegner zu einer besseren Entwicklung zwingen.
Der partieentscheidende Fehler ist (1) 9... Sc6 und (2) die Einstellung dabei. Sorry wenn ich das so direkt sage, aber ab dem Moment, wo du diesen "Abwartezug" spielst, kommt mir dein Spiel nur noch planlos und uninspiriert vor. Du denkst anscheinend nicht mal einen halben Zug weiter. So geht das weder taktisch noch positionell.

ok, ich stimme dir zu, dass ich taktisch total schlecht gespielt habe. planlos würde ich jetzt nicht sagen, 9...Nc6 ist ja nicht ein "abwartezug" der nichts macht, sonder er entwickelt den springer, d.h. es ist ein zug der mir in der entwicklung hilft, mit "abwartezug" meinte ich eher, dass dies kein zug ist, welcher die weisse spielweise widerlegt. man könnte nun diskutieren ob der springer besser auf d7 stehen würde (nach d6) oder auf c6. der grosse fehler ist von daher meiner meinung nach nicht 9...Nc6 sonder 10...Na5, welcher meinen springer ins abseits stellt und den weissen turm auf c1 entwickelt.

Edith:
in der Shoutbox: (19:07:54) Lestat: ...spiele ich anständige partien, kommentiert keiner, und spiele ich mal nen mist gibts harte kritik von elvis ;)

Die Sache ist einfach so, dass du deine Partien selbst sehr umfangreich kommentierst, da weiß ich normalerweise kaum mehr zu zu sagen (außer wenn wir in eine Eröffnungstheoriediskussion reingehen würden, was mich aber nicht annähernd reizt, jedenfalls nicht bei Londoner). Bei dieser Partie kann man die Sache so auf den Punkt bringen, dass es eine interessante Art gibt, weniger dazu zu sagen. :ugeek:

ich finde halt die angehensweise "hier ist meine partie, sagt mir was ich falsch gemacht habe" recht faul und versuche meine partien so zu analysieren, dass man versteht was ich während der partie gedacht habe und dass man die groben fehler gleich sieht. Die nächste partie ist "leider" schon wieder ein londoner (ich kann ja auch nichts dafür dass ich mit dieser eröffnung bis jetzt riesenerfolg hatte und bis jetzt 5/5 damit war), aber eine andere variante (und ja, london ist nicht einfach schablonen-abspielen der ersten 10 zügen!) wo ich im zug 5 und 6 nicht sicher bin ob ich den richtigen zug gespielt habe.
e^(i*pi) + 1 = 0

What the hell does the ratio of the circumference of a circle to its diameter have to do with the base of the natural logarithm and the square root of -1?
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Re: GEL intern 2010

Beitragvon Lestat » Mo 14. Jun 2010, 13:34

Ich habe heute morgen die 5te partie des turniers nachgeholt. Mein gegner ist mit 2050 elo nach meinem gegner der 3ten runde der stärkste spieler des turniers. Er ist ein "eröffnungsspezialist" mit schwarz, er spielt gegen 1.e4 sveshnikov und gegen 1.d4 benko-gambit und kennt sich damit unglaublich gut aus. von daher rechnete ich mit einem schnellem c5 (evtl. schon im ersten zug), was auch promt kommt. persönlich finde ich die c5-aufbauten ohne d5 gegen das london-system am unangenehmsten, da man weder am königsflügel noch am damenflügel so richtig spiel entwickeln kann, gegen d5-aufbauten ohne Bf5 bekommt man normalerweise spiel am königsflügel, d5-aufbauten mit Bf5 geben schönes damenflügelspiel und bei königsindisch mit e5 hat man auch damenflügel-spiel.


Kommentare:
  • 4.Na3!? dies ist eine empfehlung des buches "win with the london system". der normale zug ist 4.Nc3. Die idee ist es, neben der "drohung" Nb5 auch noch Nc4 spiele zu können, der springer gehört in aufbauten mit c5 ohne d5 auf dieses feld. falls doch d5 kommt nach Nc4 geht der springer auf e5 was auch kein zeitverlust ist (normalerweise kommt Nf3-Nbd2-Ne5-Nbf3 und hier hat Na3-Nc3-Ne5-Ngf3)
  • 4...d6 dies ist bereits eine neuerung, es kommt nicht in meiner datenbank vor und auch das buch bespricht diesen zug nicht. nach 4...Qxb2 ist schlecht, z.bsp: 5.Nb5 Na6 6.a3 Ne4 7.Rb1 Qa2 8.Rb3 d5 9.Qc1 e5 10.Rb2 Qxb2 11.Qxb2 exf4
    in meinem buch wird vor allem 4...e6 und 4...d5 besprochen
  • 5.Nc4 der springer will sowieso dahin, also wieso nicht gleich spielen. das "problem" an diesem zug ist, dass es ein schwarzes b5 ermöglicht, wobei ich nicht wirklich sicher bin ob dies wirklich so gut ist für schwarz
  • 6.c3 dies sichert das zentrum, was noch nicht unbedingt notwendig ist, aber die entwicklung des weissfeldrigen läufers ist noch nicht ganz klar (gegen g6 auf e2 und gegen e6 auf d3) und Ngf3 sollte wahrscheinlich mit h3 vorbereitet werden (siehe kommentar 8.Nf3). die frage ist, ob es sinn macht, per 6.a4 den zug b5 zu verhindern.
  • 6...b5 damit ich habe fast gerechnet, ein spieler, welcher sveshnikov und benko im repertoir hat muss einfach b5 spielen wenn er die möglichkeit dazu hat.
  • 8.Ngf3 sollte normalerweise in solchen possitionen mit h3 vorbereitet werden, weil sonst 8...Nh5 9.Bg5 h6 10.Bh4 g5 mit tempogewinn kommt (in der KID-variante steht der bauer bereits auf g6) und hier 11.Nfd2 nicht geht weil auf d2 bereits ein springer steht. 8.h3 ist trotzdem nicht allzu gut, da es einfach zuviel zeit verliert und 8...Nh5 auch nicht sonderlich toll ist (siehe kommentar nächster zug). neben diesem zug ist auch 8.a4 direkt möglich, z.bsp. 8...b4 9.Bc4 oder 9.Ngf3
  • 8...Bb7 ist ein "vernünftiger entwicklungszug", 8...Nh5?! ist wahrscheinlich nicht so toll, entweder tut weiss so als wäre nichts mit 9.Bd3 Nxf4 10.exf4 und weiss hat die e-linie + wunderbaren entwicklungsvorteil oder 9.Bg3 Nxg3 10.hxg3 und weiss hat die h-linie + entwicklungsvorteil.
  • 9.h3?! ist wahrscheinlich eher unnötig, wie man im kommentar zu 8...Bb7 sieht. entweder schnelle entwicklung durch 9.Bd3 oder 9.Be2 oder gleich den bauern auf b5 mit 9.a4 angreiffen
  • 10.a4 endlich greiffe ich die bauernkette an, dies wäre ab dem 8ten zug möglich gewesen. ich wollte diesen zug vor der entwicklung des weissfedrigen läufers machen da je nach schwarzer reaktion der läufer auf e2, d3 oder c4 gut stehen würde.
  • 11.Qb3 der richtige zug im falschen moment. 11.axb5 axb5 12.Rxa8 Bxa8 13.Qb3! b4 14.Bc4! d5 15.Be2 e6 wäre stärker geweswen da es die verteidigungsmöglichkeit meines gegners verunmöglicht hätte. abgesehen davon ist 11.Qb3 auch kein schlechter zug...
  • 11...cxd4 das folgende manöver habe ich übersehen
  • 13...bxa4 der springer deckt die dame, daher ist diese jetzt möglich. schwarz hat eine bauernschwäche auf der bauernlinie weiss aber eine auf der b-linie
  • 15...Bg7 15...Qxb2? ist natürlich wegen 16.Rb1! nicht möglich
  • 17.Qc2?! die dame sollte auf der a-linie bleiben, da kann sie nicht bepint werden und hilft, den a-bauern anzugreifen. sowohl 17.Qa3 wie auch 17.Qa2 sind vorzuziehen.
  • 21.Bxb5? bis zu diesem zug habe ich wirklich gut gespielt und habe hier laut Toga sogar einen vorteil von 1.4 (was auch immer diese heissen soll), aber der nächste zug ist schlecht. Auch wenn es wie ein possitioneller fehler aussieht war es in wirklichkeit ein taktischer fehler, ich habe die ganze sequenz bis zu 23...b4 durchgerechnet und "sah" danch 24.c4, das problem ist dass dieser bauer nicht mehr vom läufer gedeckt ist da dieser läufer gar nicht mehr existiert! von daher ein typischer fall von falschem rechnen, man tauscht im kopf figuren ab und benutzt 2 züge später die figur, welche nicht mehr auf dem schachbrett steht, um einen bauern zu decken.
    viel besser wäre 21.c4!, was zwar keine figur gewinnt, aber einen vorteil behält, es folgt 21...N5b6 (mein gegner "sah" 21...N7b6 was nach 22.Qd2! verliert: 22....Nxc4 23.Nxc4 Bxc4 24.Rac1!) 22.Qd2 Bc6 23.c5! Nd5 24.cxd6 exd6 25.Rec1! und weiss steht glänzend
  • 22.Nb3? dieser zug verliert. hier merkte ich, dass ich mich verechnete und 24.c4 gar nicht geht. aber anstelle 3x tief durchzuschnaufen und die possition neu zu evaluieren (noch stehe ich nicht schlecht!) sah ich mich bereits in einer klar schlechteren stellung und habe dann irgendwie den kopf abgestellt. denn nach 22.Qb3 Rxa5 23.Rxa5 Qxa5 24.Qxd5 steht weiss alles andere als schlecht!
  • 25.Qe4 in der hoffnung, taktisch noch irgendwie die stellung zu retten, mache ich die letzten hoffnungen kaputt. ich hätte in den sauren apfel beissen müssen und ein endspiel mit minusbauer akzeptieren sollen. das problem war halt, stünde der bauer d4 auf e3, wären meine remis-chancen gar nicht so schlecht, aber mit einem isolierten bauern auf d4 ist das endspiel nicht haltbar.
  • 27...Bh6?! man sollte einen zug, der gewinnt, nicht kritisieren, aber hier hatte schwarz einen zug nach welchem ich gleich aufgebgen konnte, wer sieht ihn?
  • 31.Aufgabe im nächsten zug kommt Ne2+ mit qualitätsgewinn

Fazit: ein paar ungenauigkeiten beiderseits in der eröffnung, aber eigentlich solides spiel von mir in der eröffnung und leichten vorteil im mittelspiel. im zug 21 hatte ich die möglichkeit einen vorteil zu haben, habe mich aber wegen eines taktischen überlegungsfehlers für eine andere variante entschieden. als ich bemerkte dass meine linie nicht stimmte sah ich schwarz und war nicht mehr fähig, die partie objektiv zu analysieren und die richtigen züge zu finden. der rest ging dann sehr schnell...
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