Noch zur vorigen Partie:
Lestat hat geschrieben:planlos würde ich jetzt nicht sagen, 9...Nc6 ist ja nicht ein "abwartezug" der nichts macht, sonder er entwickelt den springer, d.h. es ist ein zug der mir in der entwicklung hilft, mit "abwartezug" meinte ich eher, dass dies kein zug ist, welcher die weisse spielweise widerlegt.
Das größere Problem beim "Abwartezug" ist die psychologische Einstellung: Du lässt deinen Gegner erst mal kommen, siehst dir an, was er machen will, und er macht dich platt. Im 9. Zug fing das an. Klar, 10...Sa5 ist ein offensichtlicherer Fehler, aber der 10. Zug ist zugleich die logische Fortsetzung des 9. Zugs.
Das kleinere Problem ist die Frage, was der Springer auf c6 soll. Die große Perspektive hat er ja nicht, wenn er nicht nach a5 gehen soll...
Na egal, neue Partie.
Lestat hat geschrieben:4...d6 dies ist bereits eine neuerung, es kommt nicht in meiner datenbank vor und auch das buch bespricht diesen zug nicht.
Das ist das Problem, wenn dein Gegner das Buch nicht kennt, nach dem du spielst.
Vielleicht ist seine "Neuerung" zweifelhaft, aber du musst das am Brett widerlegen ... Bis zu einem gewissen Punkt ist dir die Widerlegung ja gelungen, im 20. Zug stehst du gut, auch schon schon einige Züge vorher. (Wenn man die schwarze Spielweise verbessern will, muss man vermutlich schon früher ansetzen, zwischen dem 4. und dem 10. Zug.) Aber nachdem du deine Chancen auslässt, zeigt 4...d6 seine Wirkung. Dein schwarzfeldriger Läufer ist in der Ecke geparkt und spielt nicht mit; nachher fehlt er bei der Verteidigung deiner Rest-Stellung am Damenflügel.
Lestat hat geschrieben:13...bxa4 der springer deckt die dame, daher ist diese jetzt möglich. schwarz hat eine bauernschwäche auf der bauernlinie weiss aber eine auf der b-linie
Stimmt soweit. Die weiße Stellung gefällt mir hier eigentlich besser, auch wenn du meinst, du hättest vielleicht hier schon mehr erreichen können.
Lestat hat geschrieben:21.Bxb5? bis zu diesem zug habe ich wirklich gut gespielt und habe hier laut Toga sogar einen vorteil von 1.4 (was auch immer diese heissen soll), aber der nächste zug ist schlecht. Auch wenn es wie ein positioneller fehler aussieht war es in wirklichkeit ein taktischer fehler, ich habe die ganze sequenz bis zu 23...b4 durchgerechnet und "sah" danach 24.c4, das problem ist dass dieser bauer nicht mehr vom läufer gedeckt ist da dieser läufer gar nicht mehr existiert! von daher ein typischer fall von falschem rechnen, man tauscht im kopf figuren ab und benutzt 2 züge später die figur, welche nicht mehr auf dem schachbrett steht, um einen bauern zu decken.
Tja, da kann ich mich Stratege anschließen, solche Rechenfehler kommen vor. Auch auf höherem Niveau, vor ein paar Wochen habe ich so etwas gelesen, ich weiß nicht mehr, bei Ilja Schneider? Egal - der Fehler ist und bleibt ärgerlich.
Mindestens genauso ärgerlich ist aber, dass du einem Fehler gleich zwei oder drei weitere Fehler hinterherschickst. "anstelle 3x tief durchzuschnaufen und die possition neu zu evaluieren (noch stehe ich nicht schlecht!) sah ich mich bereits in einer klar schlechteren stellung und habe dann irgendwie den kopf abgestellt." Das ist das Problem. Du lässt dich von deinem eigenen Fehler aus dem Konzept bringen und spielst schlecht weiter.
22.Sb3? ist auch nicht unbedingt der Verlustzug. 22.Sb3 Txa1 23.Sxa1 räumt das Feld b3 wieder für die Dame, mit ähnlichen Motiven wie nach 22.Db3. Schwarz kann mit 23...b4 24.cxb4 die weiße Bauernstellung auseinanderreißen, aber Weiß behält vorerst den b2 und hat wenigstens Kompensation.