Geck0tierchens Partys

Hier könnt ihr Eure Partien vorstellen und diskutieren.

Geck0tierchens Partys

Beitragvon Geck0tierchen » So 16. Jan 2011, 20:16

So. Nachdem das Schachjahr 2010 eher ein recht unbeleuchtetes fuer mich war (eine Partie im Oktober, eine im Juni, ein kleines Turnier im April.. das wars), werde ich jetzt wieder vermehrt schachlich tätig sein.

Den Auftakt brachte der heutige Mannschaftskampf in der Oberliga, in der ich am 3. Brett gegen einen Gegner meiner Spielstärke (dwz ~2170) zu bestehen hatte. Die Schachpause noch in den Knochen und ohne die gängige Praxis entschied ich mich für einen offbeat-weg. Da sich nach einer Weile abzeichnete, dass dieser Mannschaftskampf eng werden würde, schluckte ich das im 12.Zug auf den Lippen liegende Remisgebot runter und spielte weiter. Weit vorm 20.sten Zug hatten wir unsere anfangsbedenkzeit fast restlos aufgebraucht und sowohl die weißen Bemühungen am Damen- sowie der schwarze Aufmarsch am Königsflügel kulminierten zusehends. Ein geistreicher, aber typischer Schlag in die weiße Königsstellung brachte mich dann in entscheidenden vorteil, den ich in beiderseitiger Zeitnot recht leicht umzusetzen wusste.

Ein paar "Gefühlszugaben":

1) Das Adrenalin, das nach der Partie heiss und innig in mir kochte, zeigte mir dass es eine tolle Idee gewesen war, jetzt wieder mit den schachlichen Aktivitäten zu beginnen.

2) Über die Feiertage hatte ich wieder ein bisschen im Rowson (Schach für Zebras) geschmökert. In dieser Partie begann ich unbewusst, eins der dortigen Strategeme umzusetzen: ich redete mit meinen Figuren! Erwähnenswert ist für mich noch die "Körpersprache" der beiderseitigen Springer vorm schwarzen 11.ten Zug. Meine waren beide nach rechts ausgerichtet und ihre weit aufgerissenen Augen kündeten vom Schrecken, den sie beim weißen AUfmarsch am Damenflügel und der eigenen drohenden Ohnmacht (wie bringt man die ordentlich am Königsflügel in Tritt? Sh5? Sxe5!) empfanden. Der weiße Sf3 hingegen starrte mit eiskaltem Blick auf den schwarzen bauern e5, sofort bereit sich unbarmherzig auf ihn und unter Selbstopfer ins schwarze Lager zu stürzen, sollte eins meiner schwarzen Rösser über h5 auf Abwege gelangen. Der weiße Sc3 indess blickte kühl nach vorne, scheinbar durch c4 und c5 hindurch, direkt auf c7.

Schach macht Spaß.

Geck0tierchen


(Wenn sich die Partie sinnvoll in einen klickbaren pgn viewer einbinden lässt, gebt mir bitte Bescheid).
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Re: Reptilienparties reloaded

Beitragvon LowScore » Mo 17. Jan 2011, 16:08

Die Probleme unseres PGN-Viewers liegen bei Varianten (die dürfen nur innerhalb von Kommentaren, also innerhalb von geschweiften Klammern, erscheinen) und bei der Verschachtelung von Klammern im Kommentar (innerhalb eines Kommentars darf es nicht den Fall {(xxx (yyy))zzz} geben, sondern nur den Fall {(xxx)(yyy)zzz}.
Hier die Darstellung der Partie nach manueller Beseitigung der Problemzonen:

@Geck0: Tolle Partie! :)
Spiel die Eröffnung wie ein Buch, das Mittelspiel wie ein Magier und das Endspiel wie eine Maschine. - Rudolf Spielmann
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Re: Reptilienparties reloaded

Beitragvon Tobi » Mo 17. Jan 2011, 17:33

Hübsche Partie und auch gut kommentiert :)
Würdest du dementsprechend 3.dxe5 Sxe5 4.Sf3 empfehlen, wenn man ohne große Theoriekenntnisse etwas Initiative haben will ?
"Auch wenn die schachbezogene Entwicklung im Forum zweifelhaft ist, der Off-Topic-Bereich holt konsequent die Kastanien aus dem Feuer."
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Re: Reptilienparties reloaded

Beitragvon Geck0tierchen » Mo 17. Jan 2011, 21:18

@LowScore: Danke für die Konvertierung. In meiner Kommentierung sind noch ein paar fehler ("Weiss" statt "Schwarz", "Springer" statt "Läufer"), aber ich hab jetzt auch keine Lust, das zu korrigieren (jeder weiß ja, was gemeint ist).

Tobi hat geschrieben:Hübsche Partie und auch gut kommentiert :)
Würdest du dementsprechend 3.dxe5 Sxe5 4.Sf3 empfehlen, wenn man ohne große Theoriekenntnisse etwas Initiative haben will ?


Initiative ist denke ich etwas zuviel gesagt. Schwarz wird wohl entweder A) einen frühen Damenzug mit 4...Df6 oder 4..Sxf3 5.Dxf3 Df6 probieren. Die natürliche Analogie ist in diesem Falle Schottisch mit 3.d4 exd4 4.Sxd4 Sxd4 5.Dxd4 Df6. Dagegen kann Weiß meiner Ansicht nach auf ein angenehmeres Endspiel abzielen, also z.B. durch

4...Sxf3+
5.Dxf3 Df6
6.Sc3 (!) (6.Dg3, wenn man die Damen behalten will) Dxf3
7.gxf3, += bis +/- (hier dient ein Vergleich mit der momentan populären Schottisch Variante Lc5 Sxc6 Df6 Df3 Dxf3?! gxf3)

und dementsprechend analog lässig-cool

4..Df6
5.Sc3 (!) Lb4 (...Sxf3+ Dxf3 s.o.)
6.Ld2 Se7
7.Sxe5 Dxe5
8.f4, ebenfalls mit angenehmer Stellung.

Gegen einen IM spielte ich einst B) 4...d6!?, wonach 5.Sxe5?! dxe5 6.Dxd8+ Kxd8= nicht zu fürchten ist. Weiß wird hier wohl durch eine ruhige Behandlung der Antoschin-struktur das meiste aus seiner Stellung holen können, wobei er dann v.a. auf die etwas schräge Stellung des Se5 abzielen kann. Etwa durch sofortiges Lf4, wonach nach Sg6 Lg3 die kurze schwarze Rochade mit einer Anrempelung des h-bauern angegangen werden kann, aber auch die lange Rochade wegen der weißen Figurenkombination Sc3+Dd2 (und somit der möglichkeit De3! Kb8 Sb5! b6 Da3! - man merke erneut die ungünstige Stellung des Sg6) unvorteilhaft erscheint.

Ansonsten ist 4.Sf3 wie ich bereits schrieb v.a. ein pragmatischer Zug, der weniger auf das Ergreifen der Initiative als eher auf einen leicht unangenehmen Druck durch die klassischen Prinzipien des Entwicklungsvorsprungs und der besseren Figurenaktivität und -harmonie abzielt. Wie die obigen Varianten zeigen, führen gerade die "entlastenden" Endspielabwicklungen zu recht kritischen Stellungen für Schwarz. Ob man das als "leichte Initiative" bezeichnet, ist wohl eher eine Frage des eigenen Sprachgebrauchs - ich verwende den Ausdruck nicht dafür.

Bist du an weißer Initiative interessiert, bietet sich die ambitionierte Alternative 4.f4 an. Danach ist 4...Sg6 der Hauptzug, aber auch 4...Sc6 spielbar (siehe meine Partie gegen Pedersen sowie die Kommentare zur ungünstigen Springerstellung auf g6). Wichtig ist hier wohl noch die Nuance 5.Lc4 (!), wonach sich 5...Lc5 mit 6.Lxf7+ konfrontiert sieht. Weiß taktiert dann meist auf eine Art und Weise, die die natürliche schwarze Entwicklung behindert.
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Re: Reptilienparties reloaded

Beitragvon WilhelmHH » Sa 22. Jan 2011, 01:13

Ich las mal von 4. h4 !?
Ich würde gern die Welt verbessern, doch Gott gibt mir den Quellcode nicht!
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Re: Reptilienparties reloaded

Beitragvon Geck0tierchen » Mo 11. Apr 2011, 11:52

In nächster Zeit plane ich, ein paar meiner älteren Siege sowie ein paar köstliche Missetaten neu aufzubereiten und reinzustellen. Zunächst aber zeige ich hier meine Partie vom vergangenen Sonntag, nach der ich zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder einmal eine ausführliche Kommentierung vornahm. Die Kommentierung dient eher der Konzeptfindung und Illustration der jeweiligen Pläne, die Partievarianten sind nicht sehr tief und entsprechen im wesentlichen dem, was ich in der Partie gerechnet hatte.

Vergangenen Sonntag traten wir zum letzten Mal in dieser Saison in der Oberliga an. Seit den Tagen der Fußballbundesliga sind die Städte Hannover und Braunschweig traditionell verfeindet, die Begegnungen verlaufen dementsprechend immer recht knapp. Mein Gegner, mit 2260 dwz kein schachlicher Schmachthaken, griff zur in letzter Zeit häufig auftauchenden Englischen Eröffnung 1.c4, wonach sich ein eher strategischer Kampf mit einigen Ungleichgewichten einstellte. Eine auch strategisch riskante Entscheidung konnte ich auf taktischem Wege zum Bauerngewinn und Stellungsübergewicht nutzen. Darauf bedacht, das Heft nicht mehr aus der Hand zu geben, gab es kurz vor Ende noch ein taktisches Scharmützel, nachdem ich die Partie für mich entschied.

Über kommentare freue ich mich. :)
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Re: Geck0tierchens Partys

Beitragvon elvis » Di 12. Apr 2011, 20:18

Nice game!
Und sehr ausführlich und gründlich kommentiert, mit interessanten Einblicken.

So eine Bemerkung wie (nach dem 6. Zug) "Trotz der ganzen Prosa steht Schwarz hier natürlich noch nicht besser, hat aber schon eine erfreuliche Anzahl Ungleichgewichte geschaffen" liest sich locker, aber vielleicht kann man hier schon ansetzen.
Mit der Bauernformation c3 + c4 + d(2/3/4) habe ich als Weißer oft Schwierigkeiten, etwas Aktives zu bekommen, vor allem wenn ich den Doppelbauern nicht bald auflösen kann und wenn Schwarz am Damenflügel spielen kann. Der Sf3 scheint in dieser Partie die ganze Zeit falsch zu stehen, er blockiert die Wirkung des Lg2 und hat kein gutes Feld, um weiter zu kommen. Im späteren Verlauf scheint der weiße Plan mit a4-a5-axb6 ineffizient, die geöffnete a-Linie bringt keinen Vorteil, und der weiße Damenflügel verkommt mehr und mehr zum Torso. Insofern würde ich eine Bemerkung wie (zum 13. Zug von Weiß) "Grundsätzlich kann es natürlich eigentlich nicht verkehrt sein, seine Figuren erstmal zum Damenflügel zu bringen" nicht unterschreiben. 14.Ld2 sieht auch nicht gut aus, noch eine Figur, die zaghaft im Weg herumsteht.
Alles in allem: Die weißen Versuche, aus den "erfreulichen Ungleichgewichten" Vorteil zu ziehen, wirken nicht überzeugend. Vielleicht steht Schwarz nach dem 6. Zug doch schon besser. 8-)

Gibt es eigentlich Theorie zu dieser Variante? Ich bin nicht auf dem aktuellen Stand, habe in meiner Datenbank nur eine Handvoll ältere Partien gefunden.
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Re: Geck0tierchens Partys

Beitragvon Geck0tierchen » Mo 19. Mär 2012, 20:58

elvis hat geschrieben:Nice game!
Und sehr ausführlich und gründlich kommentiert, mit interessanten Einblicken.

So eine Bemerkung wie (nach dem 6. Zug) "Trotz der ganzen Prosa steht Schwarz hier natürlich noch nicht besser, hat aber schon eine erfreuliche Anzahl Ungleichgewichte geschaffen" liest sich locker, aber vielleicht kann man hier schon ansetzen.
Mit der Bauernformation c3 + c4 + d(2/3/4) habe ich als Weißer oft Schwierigkeiten, etwas Aktives zu bekommen, vor allem wenn ich den Doppelbauern nicht bald auflösen kann und wenn Schwarz am Damenflügel spielen kann. Der Sf3 scheint in dieser Partie die ganze Zeit falsch zu stehen, er blockiert die Wirkung des Lg2 und hat kein gutes Feld, um weiter zu kommen. Im späteren Verlauf scheint der weiße Plan mit a4-a5-axb6 ineffizient, die geöffnete a-Linie bringt keinen Vorteil, und der weiße Damenflügel verkommt mehr und mehr zum Torso. Insofern würde ich eine Bemerkung wie (zum 13. Zug von Weiß) "Grundsätzlich kann es natürlich eigentlich nicht verkehrt sein, seine Figuren erstmal zum Damenflügel zu bringen" nicht unterschreiben. 14.Ld2 sieht auch nicht gut aus, noch eine Figur, die zaghaft im Weg herumsteht.
Alles in allem: Die weißen Versuche, aus den "erfreulichen Ungleichgewichten" Vorteil zu ziehen, wirken nicht überzeugend. Vielleicht steht Schwarz nach dem 6. Zug doch schon besser. 8-)



Objektiv beginnen die weißen Probleme erst ab 15.d4?, wonach die Stellung kippt. Die schwarze Stellung wirkt optisch etwas ansprechender (obwohl sich sicherlich auch Verteidiger der weißen Sache finden würden), aber auch nach dem Tempoverlust 15.Lg5 kann ich keine zu echtem Vorteil gereichende Fortsetzung finden. Würde man in der Stellung die farben vertauschen, so würden wohl nur überoptimistische GPA-Apologeten die dann weiße Stellung als vorteilhaft, alle anderen aber die dann schwarze Stellung als absolut ok und keineswegs gefährdet einschätzen. Man muss hier wie gesagt auf die Festigkeit seiner Stellung vertrauen, die 1-2 Boni die man hat (a-Linie, Läuferpaar) nutzen, wie aufgezeigt evtl. die Königsflügelgefahr komplett entschärfen indem man den Sf6 schlägt... sprich: kleine Brötchen backen. Ich gebe dir allerdings vollkommen recht, dass sich die typischen weißen Pläne viel eher wie schwarze Ausgleichspläne anfühlen, und das kann es für Weiß nach 14 Zügen natürlich nicht sein. Die Partie liegt jetzt bereits ein wenig zurück, und im Lichte der Ereignisse erscheint mir der Plan mit a4-a5 doch einedeutig zu langatmig.

Um deinen Standpunkt zu untermauern, habe ich mich an an folgenden Vergleich erinnert. Der frühere Bangiev-Schüler Wippermann brachte in einer seiner Partien nach

1.e4 c5
2.Sc3 Sc6
3.f4 g6
4.Sf3 Lg7
5.Lb5 d6?!

den Kommentar an, Schwarz stünde nach diesem Zug bereits strategisch auf Verlust. Mit einem versteckten Fingerzeig hinsichtlich meiner Anmerkung zu überoptimistischen GPA spielern halte ich dies zwar für übertrieben, der Wahrheitsfunke ist aber kaum zu übersehen. Schwarz (und in der Partie analog Weiß) lässt sich hier freiwillig Probleme aufhalsen, die vor allem langfristiger Natur sind.

Um eine Anregung zu geben, wie man es hätte besser machen können: Sofortiges d2-d4 hat zwar den Nachteil, dass man immer droht in einer Froschformation hängen zu bleiben, ein rasches c4-c5 öffnet allerdings die Stellung für die weißen Läufer und destabilisiert das schwarze Zentrum, was als Nebeneffekt den schwarzen Angriff am Königsflügel abschwächen sollte (schwarz muss ja erst das zentrum überdecken). Im allgemeinen scheint es mir so, dass Weiß hier dem Spiel eine viel dynamischere Note geben sollte, um nicht mit sich langfristig bemerkbar machenden Schwächen überzubleiben. In diesem Sinne empfiehlt sich sicherlich der Vergleich mit Abspielen des Nimzo-Indischen, in denen Weiß ja auch das Läuferpaar gegen die gleiche strukturelle Schwäche vorzuweisen hat.

Gibt es eigentlich Theorie zu dieser Variante? Ich bin nicht auf dem aktuellen Stand, habe in meiner Datenbank nur eine Handvoll ältere Partien gefunden.


Ist ein Nebenabspiel , dass aber seit kürzerem wieder etwas populärer wird (laut "Mode" Unterteilung von Chessbase ist 2...Lb4 gleichauf mit 2...Sc6 das modischste Nebengleis hinter dem klar führenden 2...Sf6). In der Mega 11 finden sich 3500 Partien, davon allein 57 von Zoltan Ribli kommentiert. Dieser schreibt im Kommentar zu einer Partie von 2005, dass 2..Lb4 "etwa vor 10 Jahren" populär war. Er empfiehlt übrigens 3.Sd5, und dieser Empfehlung schließe ich mich an. Allerdings besteht eines der Hauptargumente für mich in dieser Variante ja darin, dass der Weiße von Zug 1 an zu konkreten Aktionen gezwungen wird, was einem Großteil von Englischspielern eher nicht schmecken sollte. Der Hauptverfechter dieses Abspiels, Alexei Shirov, wählte auf 3.Sd5 übrigens stets 3...Le7.
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Re: Geck0tierchens Partys

Beitragvon Geck0tierchen » Mo 19. Mär 2012, 22:35

Man verzeihe mir den Doppelpost.

Vergangenen Sonntag trat ich gegen einen 1.Sf3 Safety-Spieler an, der zumeist ruhig-symmetrische englische Varianten (gegen 1...c5) oder das Londoner System (gegen 1..Sf6 oder 1..d5) anschlägt. Wir alle kennen wohl dieses Problem: gegen so einen Spieler mit Schwarz Pfeffer ins Spiel zu bringen erweist sich oft als schwierig, vom Spiel auf Sieg ganz zu schweigen. Das es mir dennoch gelang, ist meiner im Vorfeld veränderten Spielanlage gutzuschreiben. Ich schlug einen etwas geduldigeren Weg ein, mit dem Ziel langsam strategische Vorteile zu akkumulieren und ihn sukzessive zu überspielen. Dies klappte in der Partie erstaunlich gut, so dass sich mein Gegner zu einem Königsangriff unter Bauernopfer (ohne Damen!!) verleitet sah, kurz bevor ich das Spiel komplett an mich gerissen hätte. Aus dem Rauch seines Angriffes stieg ein ungleichfarbiges Läuferendspiel mit Türmen aufs Brett. Von der dogmatischen scheinbaren Einfachheit und trivialen Remislichkeit dieser Endspiele geblendet, verpasste mein Gegner eine gute Möglichkeit, in der mein bester Zug durch Zugwiederholung verhindert war, und sah sich wenige Züge später bereits unlösbaren Aufgaben gegenüber. Ich hoffe ihr habt Spaß mit der Partie, ich habe während der Partie viel gelernt.

Da viele Spieler gegen das Londoner System ratlos den Kopf hängen lassen, habe ich hierzu auch ein paar Anmerkungen gebracht, dafür auf tiefe Varianten verzichtet. Nach dem Studium dieser Partie sollte einem die Angst vor Lf4-Abspielen genommen worden sein.

[EDIT: Es hat eigtl. immer seine Gründe, warum ich die Einbettung mit PGN Viewer hier ablehne. Mit den vielen Kommentaren ist es dann meist schwierig, dem ganzen ohne sinnvolle GUI zu folgen.]
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