So. Nachdem das Schachjahr 2010 eher ein recht unbeleuchtetes fuer mich war (eine Partie im Oktober, eine im Juni, ein kleines Turnier im April.. das wars), werde ich jetzt wieder vermehrt schachlich tätig sein.
Den Auftakt brachte der heutige Mannschaftskampf in der Oberliga, in der ich am 3. Brett gegen einen Gegner meiner Spielstärke (dwz ~2170) zu bestehen hatte. Die Schachpause noch in den Knochen und ohne die gängige Praxis entschied ich mich für einen offbeat-weg. Da sich nach einer Weile abzeichnete, dass dieser Mannschaftskampf eng werden würde, schluckte ich das im 12.Zug auf den Lippen liegende Remisgebot runter und spielte weiter. Weit vorm 20.sten Zug hatten wir unsere anfangsbedenkzeit fast restlos aufgebraucht und sowohl die weißen Bemühungen am Damen- sowie der schwarze Aufmarsch am Königsflügel kulminierten zusehends. Ein geistreicher, aber typischer Schlag in die weiße Königsstellung brachte mich dann in entscheidenden vorteil, den ich in beiderseitiger Zeitnot recht leicht umzusetzen wusste.
Ein paar "Gefühlszugaben":
1) Das Adrenalin, das nach der Partie heiss und innig in mir kochte, zeigte mir dass es eine tolle Idee gewesen war, jetzt wieder mit den schachlichen Aktivitäten zu beginnen.
2) Über die Feiertage hatte ich wieder ein bisschen im Rowson (Schach für Zebras) geschmökert. In dieser Partie begann ich unbewusst, eins der dortigen Strategeme umzusetzen: ich redete mit meinen Figuren! Erwähnenswert ist für mich noch die "Körpersprache" der beiderseitigen Springer vorm schwarzen 11.ten Zug. Meine waren beide nach rechts ausgerichtet und ihre weit aufgerissenen Augen kündeten vom Schrecken, den sie beim weißen AUfmarsch am Damenflügel und der eigenen drohenden Ohnmacht (wie bringt man die ordentlich am Königsflügel in Tritt? Sh5? Sxe5!) empfanden. Der weiße Sf3 hingegen starrte mit eiskaltem Blick auf den schwarzen bauern e5, sofort bereit sich unbarmherzig auf ihn und unter Selbstopfer ins schwarze Lager zu stürzen, sollte eins meiner schwarzen Rösser über h5 auf Abwege gelangen. Der weiße Sc3 indess blickte kühl nach vorne, scheinbar durch c4 und c5 hindurch, direkt auf c7.
Schach macht Spaß.
Geck0tierchen
(Wenn sich die Partie sinnvoll in einen klickbaren pgn viewer einbinden lässt, gebt mir bitte Bescheid).
