betrifft Runde 8:
Deine Fragen zum Endspiel können vermutlich etliche Großmeister nicht sicher beantworten.
Schau Dir mal die Verläufe von vielen optisch und materiell einfach aussehenden Turmendspielen an (Z. B. hier:
endspiel-f12/turmendspiele-aus-der-praxis-fuer-die-praxis-t126.html)
Ich hatte nicht den Eindruck, daß die beiden wirklich genau wußten, was zu tun ist (natürlich auch unter großem Zeitdruck...).
Dein Turmendspiel 2 gegen 1 ist von der Struktur her im Awerbach behandelt - allerdings mit Raumnachteil für den Verteidiger, was auch Mattgefahren schafft. Der Verteidiger muß das Eindringen des gegnerischen Königs mit Gefahr für seinen letzten Bauern unterbinden.
Dies geschieht wohl am besten von hinten mit Turmschachs.
In der Partie würde ich aus systematischen Gründen mal 48. Ta4 und danach Ta8 für Deinen Gegner vorschlagen, auch wenn der gespielte Zug Tb7 mit ziemlicher Sicherheit nichts verdirbt. Aber wenn man nichts Konkretes oder Besseres tun kann, dann sind die Grundprinzipien wie 3 Felder Abstand vom angreifenden König oder Angriff von hinten usw. durchaus hilfreich.
Die Partiestellung schätze ich als remis ein, wobei Schwarz sicher einiges probieren kann.
Ich hätte zunächst einmal 48. ...Ta5 bevorzugt, damit der Turm dem eigenen König nicht im Weg steht und selbst aktiv den Weißen von der Seite zurückdrängen kann (was aber nicht wirklich gelingen, dürfte bei korrektem Spiel).
Deine Anmerkung zum 4:3-Endspiel mit Bauern auf einer Seite würde ich vorsichtiger formulieren: Weiß hat (sehr) gute theoretische Remisaussichten aber noch sehr viel praktische Arbeit vor sich. Es ist unglaublich, welche Probleme Endspielexperten ihren Gegnern hier noch stellen können.