Andrzej's Verlustpartien

Hier könnt ihr Eure Partien vorstellen und diskutieren.

Re: Andrzej's Verlustpartien

Beitragvon Tobi » Mo 7. Mär 2011, 09:18

Könnt auch daran liegen, dass du nach 0/3 mal etwas schwächere Gegner bekommst. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich nach ca. 3 Stunden während einer Partie der Schlafmangel bemerkbar macht. Glaub du hast da auch etwas falsch verstanden. Es geht nicht darum weniger zu denken, sondern "richtiger" und fokussierter (nicht umsonst heißt Silmans Buch: "Die Überwindung des amateurhaften Denkens").
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Re: Andrzej's Verlustpartien

Beitragvon Lestat » Mo 7. Mär 2011, 10:33

Diese Sache mit Intuituiv spielen beziehe ich mich auf den Beitrag von: Mo 28. Feb 2011, 20:20.
Wie gesagt ich habe keine Ahnung von English, dass das wohl Tarrasch gewesen sein soll hat mir auch ein netter Herr erklärt, hab wie gesagt keinen Schimmer von c5. Ist für mich alles das Gleiche.^^

Je nachdem würde es sich lohnen, mal alle grossen eröffnungen anzuschauen und die wichtigsten pläne zu verstehen, ob du sie spielst oder nicht... Ob dich das spielstärkemässig besser macht weiss ich nicht, aber irgendwie gehört es zur "allgemeinen schachkultur", eine tarrasch-verteidigung zu erkennen meiner meinung nach.

oder im schlimmsten fall halt zumindest ein system gegen englisch haben! nach 1.c4 Nf6 2.g3 e6 3.Bg2 wäre z.bsp. 3...d5 "systemgerecht" um in einen katalanen zu kommen, was du ja eh spielen musst als nimzo-indisch-spieler...
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Re: Andrzej's Verlustpartien

Beitragvon Andrzej » Mo 7. Mär 2011, 12:46

ups. meinte natürlich 1.c4.hässlicher vertipper. Joa ich muss mich mal damit beschäftigen. Es mag vielleicht zur Schachkultur gehören sich auszukennen, allerdings darf man nicht vergessen das ich erst 5 Jahre Schach hinter mir habe. Bin also noch ein dicker Amateur. Daher entschuldige ich mich auch für die Amateurhaften Analysen hier inner box. Allerdings würde ich das auch weniger analysen nennen, als aufzählung von Gefühlen und Gedanken. Das dies natürlich nie ganz nüchtern erfolgen kann ist klar.
Vom Gefühl her würde ich e5 statt e6 vorziehen, allerdings sind das wieder neue Systeme.. Ich habe keine Ahnung von dieser Eröffnung, da ich recht selten auf sie bisher traf (spiele ja wie gesagt eher seit kurzem) und zum anderen habe ich bisher alles andere als Theorie gespielt. Erst jetzt habe ich mir vorgenommen einwenig da reinzuschauen.
Was ich mit Intuition meine ist, dass mir mein Schachgefühl an der Stelle wo b6 kam, zu den Kanditaten c4, cxd4 und Le7 geraten hat. Aber als ich länger drüber nachgedacht habe geviel mir vorziehen nicht wegen der positionellen schwäche auf d5, mit schlagen wollte ich mir nicht direkt einen isolierten bauern verschaffen obwohl man bei dieser eröffnungswahl oft diesen stellungstyp herumspielen muss und Le7 gefiel mir nicht weil auf schlagen ich ein tempo verliere. Dann habe ich es mit der Angst zu tun bekommen gegen einen Gegner wo die 400 Elo-punkte-schutz-differenz-marke einsetzt und habe b6 gespielt was von den ganzen zügen wohl die schlechteste Alternative gewesen ist.

Das nach 0 aus 3 schwache Gegner kommen, mag prinzipiel richtig sein, allerdings weiß jeder, der sich die Teilnehmerliste des Turniers angeschaut hat, dass es sowas wie wirklich schwache Gegner nicht gab auf dem Turnier (in Relation zum Amateursport). Es war wirklich unglaublich stark besetzt (in Relation zum Amateursport).
Mein Gegner in Runde 5 hatte die selbe Zahl wie ich und hat unglaublich gut gespielt, ich denke besser als die meisten Gegner die mir in der Liga begegnen und die haben im Schnitt 300 Punkte mehr als ich. Er hatte nur einen starken Zug nicht gesehen als antwort auf auf einen schwachen Zug von mir den ich ausgeführt habe, obwohl er mir suspekt vorkam, allerdings nicht gut genug durchrechnet war. Es wäre eingeleitet durch ein Läuferopfer und bei Annahme gewinn der Dame (+bauer) durch mehrzügigen Kombinatorischen Zwang für zwei Figuren oder reinlaufen ins Matt. Bei Ablehnung Qualitätsverlust und Bauerverlust. Das darf man aber nicht verübeln, selbst in der Analyse mit zwei 2100ern wurde es nicht gefunden.
Es war aufjedenfall eine Prachtpartie, da ich diese aber ausnahmsweise gewonnen habe, werde ich sie hier nicht posten. Wer sie sehen will kann mir ja eine pn schreiben oder im mich chat ansprechen. Meine Gegner als schlecht dahinzustellen wäre also unfair. Es sind eben wenige Spiele und manchmal startet man mit einem schlechten Lauf unabhängig von der Spielstärke..Vor jeder Partie sind die Chancen wieder gleich unabhängig vom bisherigen Ergebnissen bei zwei gleichstarken Gegnern. Und das war mein Gegner mindestens allemal! Die Göttin Caissa hat eben ihre schützenden Hände über mich gehalten. Wer weiß ob ich Schach sonst nicht vollkommen den Rücken zugewendet hätte..


edit:
14:09:28) Andrzej: das mit stil im post war ein missverständlich
(14:09:40) Andrzej: stil wird im schachjargon anders gebraucht
(14:09:49) Andrzej: nämlich welcher spieltyp man ist
(14:10:11) Andrzej: ich meinte das damals was freier mit der sache mit meinem stil, mit meiner einstellung die eier sich selbst abzuklammern
(14:10:15) Andrzej: kämme ich nicht weiter..
(14:10:28) Andrzej: dann die aufgabe nach einsicht
(14:10:55) Andrzej: nicht weil ich iwie den einen oder anderen stil bevorzuge, bevor ich den überhaupt finde vergehen jahrzente falls ich ihn +überhaupt finde.
Zuletzt geändert von Andrzej am Di 8. Mär 2011, 13:57, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Andrzej's Verlustpartien

Beitragvon Lestat » Mo 7. Mär 2011, 13:55

Es war aufjedenfall eine Prachtpartie, da ich diese aber ausnahmsweise gewonnen habe, werde ich sie hier nicht posten. Wer sie sehen will kann mir ja eine pn schreiben oder im mich chat ansprechen.

Du könntest auch ein neues thema "Andrzej's Gewinnpartien" erstellen ;)
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Re: Andrzej's Verlustpartien

Beitragvon Andrzej » Mo 7. Mär 2011, 15:14

Wir wollen doch, dass sich Threads auch mit Postings füllen, nicht wahr? ;)
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Re: Andrzej's Verlustpartien

Beitragvon elvis » Mo 7. Mär 2011, 20:19

Zur Partie gegen den Harff will ich nicht viel sagen. Du kanntest die Eröffnung nicht, weil sie in deiner Klasse kaum gespielt wird (ist okay), hast improvisiert (ist okay), dabei dreizügig einen Bauern eingestellt (das mit dem Improvisieren müssen wir wohl noch mal üben) und dann sofort aufgegeben. Gegen jemanden in deiner eigenen Spielstärke hättest du vermutlich noch gekämpft, aber der Blick auf die ELO deines Gegners hat dir anscheinend die Lust daran genommen.
Kompensation für den verlorenen Bauern ist nicht leicht zu finden; Fritz schlägt nach einigem Rechnen 16...f5 vor, um die Stellung zu öffnen und die weiße Dame + Springer zu jagen. Schau dir mal an, was da in den nächsten paar Zügen drin ist, das könntest du interessant finden.

Zu Übermüdung und Intuition: Im Blitz, vielleicht auch im Schnellschach kann das funktionieren, wenn man wenig rechnet und schnell spielt. Gegen deutlich stärkere Spieler bringt es selten etwas, und im langsamen Turnierschach würde ich es auch nicht unbedingt empfehlen. (Obwohl, meine Yeehaw-Partie war unter ähnlichen Umständen gespielt, zweite Partie in einer Doppelrunde nach einer viel zu kurzen Nacht. Viel Kaffee und Cola, kein Alk. Als ich das Opfer auf e6 spielte, hatte ich den Gewinnzug Se5+ noch nicht gesehen.)
Wenn du weniger Kandidatenzüge und Varianten durchrechnest, ist es ein wenig Glückssache, ob du die richtigen Züge in deine Auswahl aufnimmst oder nicht. Spielerfahrung und Routine kann dabei helfen, in selteneren Fällen auch Taktiktraining. Irgendwann bekommt man ein "Gefühl" für manche Stellungstypen, oder genauer gesagt: Man hat wenigstens eine vage Erinnerung, was in zahlreichen anderen Partien in gleichen oder ähnlichen Stellungen geschehen ist. "Intuition" ist auch eine Gedächtniskunst.

Irgendwo habe ich mal die Beobachtung gelesene, dass Amateurspieler ca. 80 Prozent ihrer Bedenkzeit darauf verwenden, dieselben Varianten mehrmals durchzurechnen. Das kann ich für meinen Teil bestätigen. Und es ist nicht ganz sinnlos. Oft genug finde ich kritische Möglichkeiten im weiteren Verlauf einer Variante, mehrere Züge von der Brettstellung entfernt, erst beim wiederholten zweiten oder dritten oder vierten Durchrechnen. Aber das geht natürlich auf Kosten der Bedenkzeit...

Auch in diesem Sinne ist Tobis Hinweis auf das "richtige" und fokussierte Denken gut. Die Frage ist nur, was ist richtig und worauf sollte man fokussieren. Das zu erkennen macht auch einen Teil der Spielstärke aus.
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Re: Andrzej's Verlustpartien

Beitragvon Andrzej » Mi 24. Aug 2011, 11:25

Was die Eröffnung angeht, so habe ich sie nach dem Verlust direkt mal umgestellt (erst umgeschaut, dann umgestellt). Da ich damit auch keine Ahnung habe, werde ich wohl wieder improvisieren dürfen. Heute bietet sich da vermutlich Gelegenheit zu..

Wie manche schon wissen, habe ich Longerich wiedereinmal extrem schlecht abgeschnitten mit nur 1,5 Punkten aus 5. Nichts desto trotz war es ein super Turnier (nicht ergebnis-orientiert betrachtet). Was sehr für das Turnier spricht, wenn das jemand sagt, wie ich dem die eine Verlustpartie nach der anderem noch im Nacken sitzt. Das Turnier war zurecht schon früh ausverkauft. Die 80 Plätze gingen ratzefatze weg und die erweiterung auf 100 Teilnehmer war auch direkt voll, nachdem es eingeführt wurde. Meine 1,5 Punkte habe ich nur gegen Schachanfänger geholt (was schon peinlich genug ist, denn da müssten 2 aus 2 stehen), die Partien gegen wertungsgleiche Gegner waren allesamt Tragik-Komödien. Daher zu eurer Erheiterung eine Partie, die Bände für den Turnierverlauf spricht:
13.


26.b3! und die Mehr-Figur wäre geblieben. Einfach Taktik übersehen, ich habe mich zuerst gefreut die Figur gewonnen zu haben (dachte es wäre ein einfacher Figureneinsteller, was es ja auch war) und an der Stelle dachte ich, ohje er hat sie nicht eingestellt (sowas passiert auf diesem Niveau nicht) Er hat berrechnet dass er sie wieder zurückkriegt und ich habe mich daher nicht umgeschaut nach anderen Zügen die die Fesselnde Figur angreifen (Se4 war ja gefesselt) und daher habe ich mich mit der leicht besseren Stellung zufriedengegeben.
29. Sc5? war ein natürlich aussehender Zug, der hier leider durch den späteren taktischen Trick nicht geht. Mein Computer wollte den lustiger Weise auch zuerst ziehen, bis er dann doch irgendwann erkannt hat, dass er schlecht ist.
30 Sd3?? Es fällt mir schwer hier zwei Fragezeichen zu ziehen, aber letzendlich gehören sie da hin. An der Stelle hatte ich 22 Minuten Zeit bis zur Zeitkontrolle und habe volle 20 Minuten investiert um zu berrechnen das ich den hängenden Turm weder mit Dame noch Springer schlagen darf! Das wären immerhin ??? wert gewesen. Springerrügzugszug war ein Zug der für den Notfall bedacht war, weil es schien, dass er alle gefährlichen Felder überdeckt oder sichert, wie f2,f2,b4,b2 aber auch d2(!) allerdings ist mir in den sekundenbruchteilen der Zugüberlegung entgangen, dass die Dame das einbruchsfeld d2 nicht braucht, da ihr das ebensogute Feld d4 zur Verfügung steht. Ein besserer Zug wäre z.B. Thf1.

Naja, somit ist meine d4 Serie hin, denn es wurde meine erste verlorene d4 Partie. Allerdings wissen die meisten, dass ich d4 auch erst seit kurzem ausprobiere.
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