ich spiele mit Schwarz gegen das Zweispringerspiel im Caro-Kann die Variante
1.e4 c6 2.Nc3 d5 3.Nf3 Bg4 4.h3 Bh5
Fast alle Autoren empfehlen ja statt 4... Lh5 den Abtausch auf f3 nebst e6 mit der "Begründung", 4... Lh5 sei eher fragwürdig. Weiß jemand näheres, worauf diese Begründung fußt? Evtl. gibt es ja auch eine mir nicht bekannte Quelle, die das Zweispringerspiel als Repertoirevorschlagr für Weiß empfiehlt.
Ich spiele die Lh5-Variante eigentlich auch ausschließlich, und ich fühle mich nicht unwohl dabei. Im, zugegebenermaßen schon etwas betagten, Eröffnungsbuch "Caro-Kann-Verteidigung" von Konstantinopolski/Weiz aus dem Rudi-Schmaus-Verlag wird auch auf dieses Abspiel recht ausführlich eingegangen. Die Stellung ist schon etwas speziell, und Schwarz sollte bereit sein, Doppelbauer am Königsflügel und Rochadeverlust in Kauf zu nehmen (z. B. nach 5. exd5 cxd5 6. Lb5+ Sc6 7. g4 Lg6 8. Se5 Tc8 9. d4 e6 10. h4 f6 11. Sxg6 hxg6 12. Dd3 Kf7; inzwischen scheint 10. De2 jedoch einen besseren Ruf zu genießen). Peter Wells behandelt Lh5 in seinem Buch "The Caro-Kann" aus der "Grandmaster Secrets"-Reihe in einer recht kurzen Anmerkung, wobei er aber nicht von dem Zug abrät. Nach Lxf3 ergibt sich halt ein komplett anderer, eher ruhigerer Stellungstyp, während die Abspiele nach Lh5 doch etwas dynamischer wirken.
hatte ich erst in der letzten Mannschaftspartie. Leider habe ich im weiteren Verlauf meine Vorbereitung am Brett verworfen und die Partie endete sehr schnell Remis. Obwohl 12.Dd3 eine der Hauptvarianten ist (neben 12.Ld3 und 10.De2), muss man diese meiner Meinung nach nicht fürchten.
Vielleicht liegen mögliche Probleme von Schwarz doch eher in der Variante mit 10.De2.
So doof es aussieht, aber 10... Ld6 mit Kompensation scheint spielbar. Mein Letztrundengegner meinte in der Analyse zu o.a. Partie allerdings, er hätte sich vor 10... Lb4 gefürchtet und deshalb auf 10.De2 verzichtet.
Im Konstantinopolski/Weiz wurde nach 10. De2 ausschließlich 10. ... Lb4 angegeben mit 11. h4 Db6 oder 11. Se7 ! (lt. K/W). DIese Zugfolge ist übrigens auch in dem Wells-Buch zu finden, wo 10. ... Lb4 ebenfalls mit einem "!" garniert wird.
Ah, ok. Danke für die Tipps. Dann werde ich mal versuchen, die Passagen aus den beiden Büchern zu bekommen. Das Figurenopfer (10... Lb4) scheint eine mindestens gleichwertige Alternative zu dem Bauernopfer (10... Ld6) zu sein.
Aber wenn das die kritische Variante für Weiß sein soll, bin ich recht optimistisch.
Wahrscheinlich bieten diese Endspiele in der Praxis gute Remismöglichkeiten für Schwarz (kaum noch Bauern vorhanden). Aber feststeht auch: Schwarz hat selbst so gut wie null Chancen, um den vollen Punkt zu spielen.
"Pirc ist zu facettenreich und komplex, um damit schachlich wirklich weiterzukommen." Das Niveau FÄLLT.