Weiß ist nicht gezwungen, den Läufer nach d3 zu entwickeln. Als durchaus spielbar hat sich nämlich auch folgende Variante erwiesen:
1.e4 c6 2.d4 d5 3.Sc3 dxe4 4.Sxe4 Lf5 5.Sg3 Lg6 6.Lc4 e6 7.S1e2!? Sf6 [7...Ld6 sofort ist auch möglich] 8.0–0 [8.Sf4 und 8.h4 sind Alternativen] 8...Ld6

Man beachte, dass der weiße Königsspringer nach e2 ging. Zum einen hat Weiß dadurch die Möglichkeit, den Springer nach f4 zu ziehen, um dadurch den Abtausch auf g6 zu erzwingen (= Erhalt des Läuferpaars - ob das im Vorteilssinne in einer geschlossenen Struktur ausreicht, steht auf einem anderen Blatt und wird auch nicht durch den weißen Score belegt). Zum anderen hat er noch eine ganz andere Idee:
9.f4 Lf5 [9...Dd7 bereitet Weiß weniger Probleme: 10.Ld3 Lxd3 11.Dxd3 g6 12.f5! gxf5 13.Lg5 Le7 14.Tae1 mit gefährlicher Initiative bei Minusbauer für Weiß, zum Bsp.: 14...Sa6?! 15.Sxf5! exf5 Sg3 wie in Fressinet - Mulder, French Leage 1999, später 1-0] 10.Sxf5 exf5 11.Sg3 g6 12.Te1+ Kf8 13.Df3 h5 14.b3 Sbd7 15.Lb2 Dc7 16.Te5!? Weiß behält den Turm auf e5, bis er genommen wird. Zweifellos wird er dafür ein mächtiges Zentrum erhalten.
Wie man sieht, eignet sich die Spielweise rund um 6.Lc4, 9.f4 vor allem für Angriffsspieler.
Auffällig ist übrigens, dass das System bei Amateur-Spielern weit besser abschneidet (59% bis 65% für Weiß, siehe Joe Gallagher: Starting Out: The Caro-Kann) als bei Profis.
"Pirc ist zu facettenreich und komplex, um damit schachlich wirklich weiterzukommen."
Das Niveau FÄLLT.