Meisterpartien

Moderator: Jupp53

Meisterpartien

Beitragvon Jupp53 » Di 20. Sep 2011, 01:26

PGN Viewer von Chesstempo



Nach dem 44. Zug von Weiß entstand die folgende Stellung:



Weiter ging es mit 44. .. axb3 45. axb3 Ke5 1/2-1/2

Stand Schwarz in der Schlussstellung auf Gewinn? (Ein paar Varianten sind in der PGN.)
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Bauernendspiel in Meisterpartie

Beitragvon stoppelhoppler » Di 20. Sep 2011, 10:15

Antwort: ja
Quelle: Tablebase

Anmerkungen: erstaunlich und lehrreich, Raumvorteil wichtiger als entfernter Freibauer, ermöglicht "strategischen Doppelangriff" (Angriff auf wBh4, Unterstützung des sBf5), Reservetempo am Damenflügel
Die Signatur, die Signatur hat nicht immer Recht.
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Re: Bauernendspiel in Meisterpartie

Beitragvon Geck0tierchen » Di 20. Sep 2011, 10:45

stoppelhoppler hat geschrieben:Antwort: ja
Quelle: Tablebase

Anmerkungen: erstaunlich und lehrreich, Raumvorteil wichtiger als entfernter Freibauer, ermöglicht "strategischen Doppelangriff" (Angriff auf wBh4, Unterstützung des sBf5), Reservetempo am Damenflügel


Das hat weniger mit Raumvorteil als vielmehr mit der Figurenaktivität zu tun. Steht der weiße König auf den aktiven Feldern f3 oder e3, ist es für Weiß trivial gewonnen, auf den etwas weniger aktiven g3 oder h3 ist es remis, auf der zweiten Reihe immer verloren.
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Re: Bauernendspiel in Meisterpartie

Beitragvon stoppelhoppler » Di 20. Sep 2011, 12:37

Geck0tierchen hat geschrieben:...
Das hat weniger mit Raumvorteil als vielmehr mit der Figurenaktivität zu tun. Steht der weiße König auf den aktiven Feldern f3 oder e3, ist es für Weiß trivial gewonnen, auf den etwas weniger aktiven g3 oder h3 ist es remis, auf der zweiten Reihe immer verloren.


Und ich dachte immer Raumvorteil sei ein Selbstzweck, der nicht zu größerer Figurenaktivität führt...
In Bauernendpielen führt Raumvorteil nicht selten dazu, daß die verbliebene Figur, der König, den anderen dominiert und den Kampf um kritische Felder gewinnt.
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Re: Meisterpartien

Beitragvon Jupp53 » Di 20. Sep 2011, 13:08

Die Partie ist vergleichsweise frisch. Im Moment gehe ich durch die Bauernendspiele meiner 2500+ Datenbank und das hier fiel mir direkt ins Auge, weil der aktive König von Schwarz nach Gewinnchancen roch. (An die Tablebases habe ich gar nicht gedacht.)

Der Raumvorteil im Bauernendspielen hat zwei Funktionen. Die Nähe zum Umwandlungsfeld führt zu Durchbruchsdrohungen von Bauern und König und der aktivere König bietet oft Vorteile. Beides zeigt sich in den Varianten zur Partiestellung. Der entfernte Freibauer nutzt nichts, wenn er abgeholt werden kann. ;)

Das Partieergebnis kann ich mir nur als Resultat von Zeitnot (Rapidpartie mit Schlussphase ohne Increment) vorstellen.
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Re: Bauernendspiel in Meisterpartie

Beitragvon Geck0tierchen » Di 20. Sep 2011, 14:26

stoppelhoppler hat geschrieben:
Geck0tierchen hat geschrieben:...
Das hat weniger mit Raumvorteil als vielmehr mit der Figurenaktivität zu tun. Steht der weiße König auf den aktiven Feldern f3 oder e3, ist es für Weiß trivial gewonnen, auf den etwas weniger aktiven g3 oder h3 ist es remis, auf der zweiten Reihe immer verloren.


Und ich dachte immer Raumvorteil sei ein Selbstzweck, der nicht zu größerer Figurenaktivität führt...
In Bauernendpielen führt Raumvorteil nicht selten dazu, daß die verbliebene Figur, der König, den anderen dominiert und den Kampf um kritische Felder gewinnt.


In einem Bauernendspiel mit zwei Bauern auf jeder Seite von "Raum" ansich zu sprechen, ist in meinen Augen völlig verfehlt. In der Stellung wK e1, sK e3 mit nem weißen Bauern auf h6 und nem schwarzen auf d3 wird der weiße König absolut dominiert, gewinnt aber trotzdem. Derartige 'positionelle' oder 'strategische' Einschätzungen sind in einem 100% taktischem Endspiel wie dem oben genannten einfach oberflächlich und damit schon vom Ansatz her falsch, da die Begrifflichkeiten hier nicht greifen. Ein Raum ist etwas, dass von Bauern (oder auch Figuren durch ihre abschneidende Wirkung) geschaffen und dann von den anderen eigenen Figuren sinnvoll erfüllt werden kann. Mit derart reduziertem Material fallen beide Begriffe mehr oder weniger ineinander.
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Re: Bauernendspiel in Meisterpartie

Beitragvon stoppelhoppler » Di 20. Sep 2011, 16:17

Geck0tierchen hat geschrieben:...
Das hat weniger mit Raumvorteil als vielmehr mit der Figurenaktivität zu tun. Steht der weiße König auf den aktiven Feldern f3 oder e3, ist es für Weiß trivial gewonnen, auf den etwas weniger aktiven g3 oder h3 ist es remis, auf der zweiten Reihe immer verloren.


Aktive Felder, weniger aktive Felder - allgemein spricht man von Zentralisierung.
Daraus ergeben sich mehr Möglichkeiten zur Aktivität und zur Eroberung von Schlüsselfeldern.
Wer Raumvorteil hat, kann sich leichter bzw. schneller zentralisieren und den Gegner daran hindern.

Geck0tierchen hat geschrieben:...
In einem Bauernendspiel mit zwei Bauern auf jeder Seite von "Raum" ansich zu sprechen, ist in meinen Augen völlig verfehlt. In der Stellung wK e1, sK e3 mit nem weißen Bauern auf h6 und nem schwarzen auf d3 wird der weiße König absolut dominiert, gewinnt aber trotzdem. Derartige 'positionelle' oder 'strategische' Einschätzungen sind in einem 100% taktischem Endspiel wie dem oben genannten einfach oberflächlich und damit schon vom Ansatz her falsch, da die Begrifflichkeiten hier nicht greifen. Ein Raum ist etwas, dass von Bauern (oder auch Figuren durch ihre abschneidende Wirkung) geschaffen und dann von den anderen eigenen Figuren sinnvoll erfüllt werden kann. Mit derart reduziertem Material fallen beide Begriffe mehr oder weniger ineinander.


Tatsächlich?! Die Beschreibung der Vorgänge in Bauernendpielen mit 1-2 Bauern beiderseits als Figurenaktivität im Kampf um Schlüsselfelder und das Halten von Gegenfeldern scheint mir auch nicht zu passen.
Wenn eine Seite Raumvorteil hat bzw. besser zentralisiert ist, kann sie Schlüsselfelder/Einbruchsfelder erobern. Es muß nicht gelingen.
Wenn man schreibt, daß der aktivere König die entsprechenden Felder erobert hat, dann stellt sich sofort die Frage, was denn den aktiveren König auszeichnet. Nicht daß er schneller gehen kann als der gegnerische, sondern dichter an den Schlüsselfelder steht oder 2 anstatt ein Schlüsselfeld ansteuern kann.
Und das hat nach meinem Verständnis mit Beherrschung von Raum und Zentralisierung zu tun.
Warum bei reduziertem Material der Raum, den insbesondere die Könige nutzen können und dem gegnerischen König versperren, nicht "sinnvoll erfüllt" werden kann, erschließt sich mir nicht.

Ein Endspiel ist nicht deshalb nicht mehr strategisch, weil es mancher schon "ausrechnen" kann. Die Abläufe richten sich immer noch nach strategischen Zielen.

Was ist ein 100% taktisches Endspiel :?:

Im Beispielsendspiel schlägt die Zentralisierung des schwarzen Königs den entfernten Freibauern. Sie ermöglicht die Kombination von 2 Angriffen: Unterstützung des eigenen Freibauern, Eroberung des gegnerischen, ohne den eigenen zu verlieren.
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Re: Meisterpartien

Beitragvon Riddler » Mi 21. Sep 2011, 00:32

Kann es sein, dass ihr beide das gleiche meint, aber jeweils andere Vokabeln benutzt? ;)
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