Ein Bauernendspiel aus der Praxis

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Ein Bauernendspiel aus der Praxis

Beitragvon elvis » Mo 22. Dez 2008, 17:16

W: Kf6, Ba3,b4,h3 / S: Kh5, Ba6, b5, g5 / Schwarz am Zug
8/8/p4K2/1p4pk/1P6/P6P/8/8 b - - 0 50
Bild

Aus einer Partie unseres geschätzten Moderators Lestat.
Weiß hat zuletzt den König von g7 nach f6 gezogen und Remis angeboten.
Allerdings denke ich, dass Weiß eher auf Gewinn steht. Wenn er eine Stellung erreichen kann, in der g- und h-Bauer abgetauscht sind, beide Könige auf der g-Linie in Opposition stehen (z.B. g6/g4 oder g5/g3) und Weiß am Zug ist, gewinnt er das "Wettrennen" zum Damenflügel und damit die Partie.
Kann Weiß eine solche Stellung erzwingen?
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Re: Ein Bauernendspiel aus der Praxis

Beitragvon WilhelmHH » Mo 22. Dez 2008, 18:30

1. ... Kh6 2.Ke5 Kg6

(Kg7 3.Kf5 Kh6 4.Kf6 usw.;
Kh5 3.Kf5 Kh6 4.Kf6 Kh5 5.Kg7)

3.Ke6 Kg7 4.Kf5 Kh6 5.Kf6
Zuletzt geändert von Stratege am Mo 22. Dez 2008, 18:55, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Schriftfarbe zurrück auf Schwarz geändert
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Re: Ein Bauernendspiel aus der Praxis

Beitragvon Randspringer » Mo 22. Dez 2008, 19:04

Weiss hätte durch 1Kf7 schneller gewinnen gekonnt:

1... Kh4
2. Kg6 und nach dem Abtausch der Königsflügelbauern gewinnt Weiß am Damenflügel (das selbe gilt für 1...g4)


1... Kh6
2. Kf6 Kh5
3.Kg7 Kh4
4.Kg6 führt zur obigen Gewinnstellung.

Notiz am Rande 1.Kh7 würde nach 1...g4 zum Verlußt führen!
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Re: Ein Bauernendspiel aus der Praxis

Beitragvon WilhelmHH » Mo 22. Dez 2008, 23:48

Ich halte mich an
elvis hat geschrieben:W: Kf6, Ba3,b4,h3 / S: Kh5, Ba6, b5, g5 / Schwarz am Zug

Mit Weiß am Zug geht zusätzlich 1.Kg7
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Re: Ein Bauernendspiel aus der Praxis

Beitragvon Wolli » Mi 21. Sep 2011, 21:42

Hallo,
also das folgende simpel aussehende Bauernendspiel kommt nicht wirklich aus einer Partie, ist aber spannend. Und ich wollte keinen neuen Thread aufmachen.

Weiß ist am Zug.
Es sind nur die ersten Züge wichtig, aber ich habe es beim ersten Mal trotzdem vergurkt.

Mit freundlichen Grüßen

Wolli
Zuletzt geändert von LowScore am Do 22. Sep 2011, 10:44, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: FEN-Tag statt PGN-Tag für Stellungsbild
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Re: Ein Bauernendspiel aus der Praxis

Beitragvon Geck0tierchen » Do 22. Sep 2011, 08:36

Ah, das ist ein Klassiker. Mit folgender Logik kommt man recht leicht auf die Lösung:

1.) Die natürliche Route c3-b4-a4 spart gegenüber der umrundenden b1-a2-a3-a4 genau ein Tempo.

2.) Ein Randbauer reicht nicht zum Gewinn. Hieraus folgt unmittelbar, dass auf den schwarzen Zug a4-a3 nicht geschlagen werden darf sondern vorbeigezogen werden muss.

3.) Monobauernendspiele sind immer dann für die angreifende Partei gewonnen, wenn die Kontrollfelder gesichert sind.

4.) Kontrollfelder verschieben sich beim Vorzug des Bauern nach vorne. Hieraus folgt unmittelbar, dass der Zug b2-b3 als Erwiderung auf a4-a3 viel stärker ist als sein Pendant b2-b4.

5.) Spielt Weiß Kc3, so kann er nach a4-a3 nicht mit b2-b3 antworten, da er dann nicht mehr an den bauern auf a3 dran kommt (Kb4?? a2 -+). Er muss hier also das schwächere b2-b4 ziehen.


Allein aus diesen Überlegungen heraus kann man bereits Kb1 mit Gewinnambitionen ziehen. Noch viel einfacher ist es, wenn man einfach nur Regel Nr. 3.) beherzigt und dabei die Ressource a4-a3 berücksichtigt: Spielt Schwarz den Zug a4-a3 nicht, erreicht Weiß problemlos das Kontrollfeld a4. Spielt Schwarz a4-a3, sind beide Königsrouten gleich lang.
She gets upset and lashes out at him for letting himself be crushed by the weight of the world and wasting away his own life worrying about things beyond his control.

However, this is what chess should be like: rich and difficult.
- Tiger H. Persson
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Re: Ein Bauernendspiel aus der Praxis

Beitragvon Wolli » Do 22. Sep 2011, 19:55

Ja das hat Gecko wirklich sehr schön erklärt.
Wenn man diese Grundregeln der Bauernendspiele im Kopf hat, dann entgeht man auch der Gefahr durch die beiden bereits benannten Stolpersteine und wird
1. den König über den scheinbar langsameren Weg über b1 führen.
2. den Bauern nicht 2 Felder auf einmal nach vorn ziehen.

Der Rest ist wie gesagt einfach.
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Re: Ein Bauernendspiel aus der Praxis

Beitragvon Wolli » Do 22. Sep 2011, 21:28

Hallo,
ein weiteres instruktives Beispiel. (Die kommen übrigens beide aus dem endgamebot auf fics.)


Weiß ist am Zug.
Es ist wie erwartet eine knappe Sache und wieder mal ein Beispiel dafür, der schnellste Weg nicht immer der beste ist. So wie ich das sehe, gibt es wahrscheinlich nur einen 1. richtigen Zug. Bin aber nicht komplett sicher.

Mit freundlichen Grüßen

Wolli
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Re: Ein Bauernendspiel aus der Praxis

Beitragvon Jupp53 » Fr 23. Sep 2011, 09:23

http://www.schachkiste.de/bauernendspiele-f102/studien-t1022.html

Die Quelle dieser schönen Stellung wurde im Forum bereits hier gepostet. (Symmetrie beachten)
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Re: Ein Bauernendspiel aus der Praxis

Beitragvon Wolli » Fr 23. Sep 2011, 11:09

Alles klar, danke Jupp.
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