von Jupp53 » So 21. Dez 2008, 14:14
Es gibt eine Erklärung.
Vor seiner Reform im 15. Jahrhundert war Schach ein bedeutend langsameres Spiel. Es gab keinen Doppelzug des Bauern, keine Dame sondern einen Wesir, der wie der König zog und der Läufer konnte nur zwei Felder weit über das erste Feld springen (ähnlich wie der einfache Damestein beim Schlagen, bloß halt ohne dabei zu schlagen). Du kannst mal versuchen so eine Partie zu spielen. Bis es zum ersten Kampf kommt vergehen 15 bis 20 Züge.
Das war den guten Spielern zu langweilig und es gab eine Reihe von Standardstellungen, die anstelle der Grundstellung aufgebaut wurden. Es waren Stellungen, die nach 15 bis 20 Zügen zustande kamen und sie waren fast alle symmetrisch. Diese Stellungen hießen Tabi(e/a).
In Erinnerung an diese Tabien wurde dann in der Übergangszeit zum modernen Schach erlaubt, in der Eröffnung im ersten Zug zwei Züge mit den Bauern zu machen. Es mussten aber Züge ohne Doppelschritt sein. Das wurde dann auf den Doppelschritt der Randbauern reduziert und dieser Rest des Spieles aus den Tabien erhielt sich gegen die schriftlich festgelegten Regeln als freie Vereinbarung unter Freizeitspielern bis heute.