Daher ist der Hinweis auf Kortschnoi - Karpow falsch, den dort kam das Lf4 nach oben genannter Voraussetzung zustande. Dort kam (mit jeweils Kortschnoi als Weißer) in der WM 1978 (9., 21. und 23. Matchpartie) und in der 11. Matchpartie 1981 folgende Stellung nach 5...O-O 6.e3 c5 7.dxc5 Lxc5 8.Dc2 Sc6 9.Td1 Da5 10.a3 Le7 vor mit 2,5:1,5 für Kortschnoi (oder Weiß).
Die Stellungen ohne den Sf3 entwickelt zu haben, kamen in dem Schach-/Blitz-Schaukampf von Kasparov-Karpow vor und dort wählte Karpow den "Schablonenzug" 4...c6 (3. Blitzpartie:
1.d4 d5 2.c4 e6 3.Nc3 Be7 4.Bf4 c6 5.e3 Bd6 6.Bxd6 Qxd6 7.cxd5 exd5 8.Bd3 Ne7 9.f3 Nf5 10.Qd2 Qh6 11.Bxf5 Bxf5 12.Nge2 Na6 13.O-O-O O-O-O
in den Blitzpartien wählte Karpow 4...Sf6. (Blitzpartien 5 und 7)
Auf mich hat damals Karpows Behandlung dieser Eröffnung keinen richtig überzeugenden Eindruck gemacht.
Zu den Varianten mit eingeschoben Tausch auf d5 habe ich weniger Unsinn geschrieben, aber mein Eindruck Karpow hat eher 5...c6, Kasparow eher 5...Sf6 stimmt nicht so ganz.
Kasparow WM 1985 in der 20. und 22. Partie Sf6 und Karpow in 21. Partie 5...c6. Bei der WM 1986 zog Karpow in der berühmten 8. Partie 5...Sf6 und Kasparow in der 7. 5...c6. 1987, 12. Matchpartie zog Karpow ebenfalls 5...Sf6.
Kleine Anekdote: Kasparow erwähnt seinem Buch "Kasparov vs Karpov 1986/87" (also zur Zeit relativ aktuell) nach 5...c6 6. Dc2 "In the end 6 . Qc2 lost his attraction because of 6...Bd6" Das hielt Kasparow jedoch nicht davon ab, genau dies in seinem Jubiläums-Nostalgie-Match im letzten Jahr wieder anzuwenden. 2. und 4. Schnellschachpartie. Was lernen wir daraus? Vorsicht, bei solchen Aussagen von Kasparow.
